Vorbemerkungen.
Es wird keiner Rechtfertigung für die Aufwerfung der Titel⸗ frage bei Denjenigen bedürfen, welche längere Zeit dem bezüglichen wiſſenſchaftlichen Verlauf gefolgt ſind. Eher könnte Rechtfertigung dafür gefordert werden, daß die Beantwortung ſo ſchwieriger Fragen, denn die Titelfrage enthält mehrere, bei einer Programmabhandlung verſucht wird, wo Knappheit des Arbeitsraumes und der Arbeits⸗ zeit unumgänglich und die litterariſche Iſolierung eine beſonders unwillkommene Zugabe iſt. Indes ich wollte dieſen Verſuch auch ſo lieber unternehmen, als das, was mich ſchon länger bewegte, ganz unterdrücken. Daß dieſer Verſuch von Jemand gemacht wird, der außerhalb der akademiſchen Thätigkeit ſteht, hat ſeine Nachteile, aber, wie ich glaube, auch ſeine Vorteile.
Die Titelfrage würde in drei Unterfragen zerfallen:
1. Was iſt Geſchichte, bezw. Geſchichtswiſſenſchaft?
2. Was iſt Philoſophie der Geſchichte?
3. Iſt ſonach von der Geſccichtswiſſenſchaft die Geſchichts⸗ philoſophie zu fordern, bezw. iſt dieſe Forderung aus⸗ führbar?
Es liegt in der Natur der Sache, daß zur Beantwortung der Fragen 1 und 2 die geſchichtliche Entwicklung als Grundlage heranzuziehen iſt. Freilich mußte dieſelbe weſentlich auf die deutſche Entwicklung beſchränkt werden.
Dillenburg, im Januar 1889.
D. P.
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