23 C. Zeichnen. IV.(2 St.) Schwierigere Ornamente. Perſpektive. Körperzeichnen. Zeichnen nach Gips.
V.(2 St.) Ornamente. Die Hauptſätze aus der Linearperſpektive. Körperzeichnen. Zeichnen nach Gips. VI.(2 St.) Uebungen des Blickes, Augenmaßes und der Hand. Einfache Ornamente nach Vor⸗ zeichnungen an der Wandtafel. Presber, Zeichenlehrer.
D. Schreiben.
VI. u. V.(komb.)(2 St.) Einübung des deutſchen und lateiniſchen Alphabets; fortgeſetzte Uebung im Schönſchreiben nach Vorſchreiben auf der Wandtafel und nach Vorſchriften. Außerdem übte ſich
die Quinta in der Rundſchrift. Vogt.
II. Auszüge aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörden.
1. Miniſterial⸗Erlaß vom 17. Juni 1886. Künftig ſind für Turnfahrten während eines Schul⸗ jahres 1 Schultag, bezw. 2 Schulnachmittage in der Art zu verwenden, daß die Teilnahme der Schüler nicht erzwungen werden und zu einer weiteren Ausdehnung der Dauer die Genehmigung des Kgl. Prov. Schul⸗Kollegiums eingeholt werden ſoll.
2. Verfügung des Königl. Prov. Schul⸗Kollegiums vom 22. November 1886. Gymnaſiallehrer Dr. Becker erhält den Titel Oberlehrer.
3. Verfügung des Kgl. Prov. Schul⸗Kollegiums vom 8. Dezember 1886. Die lateiniſchen Uebungs⸗ bücher von Spieß werden durch die von Oſtermann(VI- III) erſetzt.
4. Miniſterial⸗Erlaß vom 1. Dezember 1886. Den Oberlehrern und ordentl. Lehrern des Gym⸗ naſiums iſt Allerhöchſt der Rang der 5. Klaſſe verliehen urd die damit verbundene Zahlung des höheren Wohnungsgeldzuſchuſſes angewieſen worden.
5. Verfügung des Kgl. Prov. Schul⸗Kollegiums. Die Oſterferien beginnen am 31. März.
IlI. Chronik des Gymnafums.
Am Schluſſe des Schuljahres 1885/86 trat auf ſeinen Antrag der ſeitherige Direktor Profeſſor A. Spieß in den Ruheſtand. Derſelbe hatte von Herbſt 1839 bis Dezember 1848 als Lehrer an der Anſtalt gewirkt und Herbſt 1862 das Rektorat derſelben übernommen. Was er in dieſer Zeit der Anſtalt Gutes erwieſen hat, wird unvergeſſen bleiben. Unſere beſten Wünſche begleiten ihn auf ſeinen ferneren Lebensweg.
An ſeine Stelle trat der unterzeichnete Direktor. Geboren im November 1840 in Darmſtadt legte er nach der üblichen Vorbildung Oſtern 1862 die ev. theol. Fakultäts⸗, Herbſt 1864 die philologiſche Staatsprüfung in Gießen ab. Nach abſolviertem Probejahr folgte er Herbſt 1865 einer Berufung an das Real⸗Gymnaſium zu Mülheim a. Rhein, von wo aus er das ſogenannte Oberlehrer⸗ Examen in Bonn beſtand. Nachdem er eine Anzahl von Schulämtern bekleidet hatte— zuletzt war er 1. Oberlehrer am Gymnaſium zu Frankfurt a. Main,— wurde er am 24. Dezbr. 1885 von Sr. Majeſtät dem Kaiſer und König Allerhöchſt zum Gymnaſial⸗Direktor ernannt und ihm ſodann durch Miniſterialerlaß die Direktion des hieſigen Gymnaſiums vom 1. April 1886 an übertragen. Am 16. April wurde er durch Herrn Prooinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer in ſein Amt eingeführt. Von größeren wiſſenſchaftlichen Arbeiten hat er veröffentlicht: 1) Geſchichte des Kreuzzugs Kaiſer Friedrichs I. Leipzig 1870; 2) Geſchichte der auswärtigen Politik und Diplomatie im Reformationszeitalter, Gotha 1874; 3) Böttigers Sabina in 3. Aufl. bearbeitet 1877; 4) die Nation und der Bundestag(Geſchichte des Bundestags nach den Akten), Leipzig 1880; 5) deutſches Leben und deutſche Zuſtände von der Hohenſtaufenzeit bis ins Refor⸗ mationszeitalter, Gotha 1884.
Die erledigte 2. ord. Lehrerſtelle wurde von Beginn des Schuljahres an durch den viſſſenſchaft— lichen Hilfslehrer Herrn Dr. Wolſcht auftragsweiſe verwaltet.
Als Probekandidat war Herr Koch dem Gymnaſium überwieſen worden.


