Aufsatz 
Natur und Dichtung in der Schule / vom Oberlehrer [d.i. Friedrich August Finger ]
Entstehung
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Gefahr iſt vorhanden, ſie läßt ſich aber vermeiden. Ver⸗ mieden wird ſie durch den Ernſt, mit dem der eigentliche Gegenſtand des Unterrichts behandelt, alſo hier durch den Ernſt, mit dem die Naturbetrachtung angeſtellt wird. Der Lehrer der Naturgeſchichte, der ſich ſeiner Aufgabe bewußt iſt, wird es ſeine erſte Sorge ſein laſſen, die Schüler anzuleiten, daß ſie durch eigene Anſchauung die Naturdinge kennen lernen. Dieſes Ziel verliert er nie aus den Augen. So wird er ſich alſo nicht allzu lange bei der gewöhnlichen Verwendung der Naturgegenſtände, bei dem, was man wohl deren„Nutzen“ nennt, aufhalten, er wird nicht ſtatt der Naturgeſchichte Technologie lehren wollen(was ohnehin in Schulen für Knaben und Mädchen ein vergebliches Bemühen wäre); und ebenſo wird er nicht allzulange bei der Betrachtung der dichteriſchen Verwendung verweilen. Aber einige Zeit kann er dieſer letzteren widmen; ſie iſt nicht verloren, der Schüler lernt dadurch das Charakteriſtiſche der Dinge genauer kennen. 1

Die dazu erforderliche Zeit iſt aber nicht bedeutend. Es iſt, wie ſchon oben angedeutet, gar nicht die Rede davon, daß bei jeder Gruppe von Naturweſen, oder auch nur bei einer einzigen, ſo ausführlich zu Werke gegangen werden ſolle, wie hier in dieſen Blättern bei der Tanne oder dem Golde. Ich wollte nur, da ich doch Beiſpiele geben mußte, an einigen wenigen Naturdingen zeigen, in wie vielfacher Weiſe dieſe den Dichtern gedient haben. Es genügt wohl, wenn in einem Jahre ein⸗ oder zweimal eine Stunde zu einem ſolchen Gange auf jenes andere Gebiet verwendet wird. Es wird gegen Ende einer Lehrſtunde, etwa vor Ferien, der Blick auf die dichteriſche Anwendung der betrachteten Natur⸗ gegenſtände gerichtet. Sogleich werden die Schüler eine An⸗ zahl von Beiſpielen bereit haben. Aufgabe auf die nächſte