Aufsatz 
Natur und Dichtung in der Schule / vom Oberlehrer [d.i. Friedrich August Finger ]
Entstehung
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in den Vordergrund. Da iſt der Fuchs, der Löwe, der Hund, der Rabe der Fabel. Und hier entſteht die Frage: Warum haben die einzelnen Thierarten gerade dieſe Be⸗ deutung erlangt? Eine Frage, die in den meiſten Fällen leicht zu behandeln iſt. Manchmal iſt bei dieſer Beantwortung allerdings die Bemerkung nicht zu umgehen, daß doch die Fabel dem Thiere unrecht gethan hat, oder daß das Thier auch andere, vielleicht günſtigere Eigenſchaften beſitzt, als die ſind, die ihm dort als ſeine hervorragendſten zugeſchrieben werden. So z. B. bei Hey die Fledermaus; dieſes Geſchöpf iſt nicht ſo unglücklich und nicht ſo verächtlich, wie es der ſonſt ſo feine, gerechte und milde Thiermaler darſtellt.

Außerdem treten in der Dichtung auch wirklich, nicht ſinnbildlich gemeinte Thiere auf, theils zur charakteriſtiſchen Belebung einer Landſchaft, theils als Diener und Gehülfen oder als Feinde des Menſchen, theils als Hauptgeſtalten eines Bildes, nach ihrer Weiſe handelnd oder leidend. Bei⸗ ſpiele zu geben verbietet der Raum. Auch ſind ſolche jedem zur Hand.

Oben ſchon habe ich erwähnt, es könne ſich gegen dieſe ganze Weiſe das Bedenken erheben, ob nicht dieſer Ausflug in ein fremdes Gebiet zu ſehr von der Betrachtung der Natur ſelbſt ablenke, und ob er nicht wenigſtens zu viel Zeit in Anſpruch nehme.

Was das Erſtere betrifft, ſo iſt allerdings die Gefahr vorhanden. Sie iſt in ähnlicher Weiſe überall vorhanden, wo man ſich auf ein fremdes Gebiet begibt, z. B. beim geographiſchen Unterrichte muß man ſich öfters zurückhalten, nicht allzuſehr ſich in das Geſchichtliche zu vertiefen, bei dem Leſen fremdſprachlicher Schriften, nicht allzuſehr, zum Schaden der zu erzielenden Geläufigkeit, die allerdings nothwendigen ſachlichen und ſprachlichen Erörterungen auszudehnen. Die