Aufsatz 
Natur und Dichtung in der Schule / vom Oberlehrer [d.i. Friedrich August Finger ]
Entstehung
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Hierher gehört auch der Wandrer in der Sägemühle von Kerner.

Manchmal treffen wir Dichterſtellen, wo von der Tanne gerade nichts Bezeichnendes geſagt iſt, wo ſtatt ihrer vielleicht eben ſo gut ein anderer Baum hätte ſtehen können. So z. B., wenn ich nicht irre, im weißen Hirſch von Uhland. Solche Stellen, die uns für unſern Zweck keine Frucht bieten, übergehen wir mit Stillſchweigen.

Die Fichte.

Meiſt iſt wohl Pinus Abies gemeint, manchmal vielleicht P. silv., oder keine beſtimmte Art. Die Anwendung iſt beinahe dieſelbe wie bei Tanne, nur nicht ſo ausgedehnt: wir haben den nordiſchen Baum, den hohen, den ernſten, düſtern; außerdem den dem Poſeidon heiligen; dies war eigentlich die Pinie. Bei Schiller kommt Fichte öfter vor als Tanne; bei Uhland, wie ich glaube, nie.

Es ſchallten muntre Lieder Hell durch den Fichtenwald. Chamiſſo(aus dem Litthauiſchen).

Ein Fichtenbaum ſteht einſam Im Norden auf kahler Höh'. Heine. Und ſeitwärts hebt ſich der Fichtenwald Mit ſeinem heiligen Schweigen, Vielleicht ſchon tauſend Jahre alt, Die Bäume alle in Säüulengeſtalt, Mit den himmelſtrebenden Zweigen. Elfriede v. Mühlenfels. Sinnende Fichte! Noch ſah ich dich, ſo lang ich dich betrachte, Nie anders als mit ernſtem Angeſichte. Rückert.