Vater reſp. Großvater dieſes öfters gehört zu haben. Ur⸗ kunden darüber ſind jedoch nicht vorhanden. Ich ſelbſt habe vielfach in vorhandenen Akten geſucht, aber darüber nichts gefunden. Schmiedeberg hat wiederholt im 18. Jahrhundert durch Hochwaſſer Schaden erlitten, und es ſind Beiträge in der ganzen Provinz auf Befehl des Königs geſammelt worden. Sollten dieſe Sammlungen mit obigen mündlichen Überliefe⸗ rungen im etwaigen Zuſammenhange ſtehen, übertrieben oder verwechſelt worden ſein?“
Letztere Annahme ſcheint mir nicht ſo ohne weiteres von der Hand zu weiſen zu ſein. Vielleicht ſteckt dort des Pudels Kern. 8
Zum Schluß mag noch auf zwei auffallende Überein⸗ ſtimmungen, die ſich aus der ganzen Angelegenheit für beide Städte ergeben, hingewieſen werden: die eine liegt in den beiden Verſionen ſelbſt und betrifft die Gleichmäßigkeit der Angabe der Summe der 10 000 Rtlr., die nach der einen in Landeshut geblieben, nach der andern nach Landes⸗ hut gekommen ſein ſoll— alſo Minus gegen Plus, oder umgekehrt; die zweite in der Tatſache, daß man weder in Landeshut weiß oder aus den Akten feſtſtellen könnte, was mit den zurückbehaltenen 10 000 Rtlr.— denn Schmiedeberg ſoll ja 90 000 erhalten haben, angefangen, noch in Schmiede⸗ berg, was mit den 90 000 Rtlr. gemacht worden ſein ſoll: Die Verwendung von mehr als 1 Million Mark nach dem heutigen Geldwert in einer ſo kleinen Stadt pflegt doch ſonſt wohl einige Spuren zu hinterlaſſen.— Wenn nun alſo im Laufe der Zeit ſich unſere Stadt mit Seelengröße in die Tatſachen des Verluſts gefunden und das ſchon hübſche Sümmchen, das wohl auch heut noch ganz brauchbar ſein könnte, mit großmütigem Verzicht in den Rauchfang ge⸗ ſchrieben hat, ſo iſt nun leider auch das ſich aus dieſem Verhalten ergebende ſchöne Bewußtſein, ſozuſagen das mora⸗ liſche Aquivalent für jenen, auch— in Rauch aufgegangen.
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