Ein Wunder, daß er bei dem großen Vorſpann und den ſchlechten Wegen kein Unglück gehabt hat: nur einmal 1785 iſt auf dem Kolonnenwege zwiſchen Silberberg und Gabers⸗ dorf der königliche Wagen infolge Unachtſamkeit des Kut⸗ ſchers umgeworfen worden; zum Glück hat ſich der alte Herr nicht beſchädigt, iſt auch nicht böſe geweſen, ſondern hat nur den ſchlimmen Wegen die Schuld gegeben.“) Und eben auf dieſen ſeinen Dienſtreiſen, von denen jedermann wußte, daß ſie dem Wohle des Landes galten, wo jedermann ihm mit Bittſchriften oder Beſchwerden nahen durfte, hat er ſich das Herz des Volkes erobert, weil hier am deutlichſten der Charakterzug Friedrichs zu Tage trat, den alle Anekdoten zum Ausdruck bringen, ſeine Leutſeligkeit. Welche Freude mag in der Stadt geherrſcht haben, wenn es hieß„der König kommt“, und wie mögen ſeine huldreichen Anreden an Rats⸗ oder Zunftälteſte von Mund zu Mund gegangen ſein, wie 1785 in Goldberg, wo er die Tuchmacherinnung, die ihm ein Dankſchreiben für die Erbauung von 14 Häuſern im Vorjahre überreichen wollte, mit den Worten empfing: „Kommt Ihr mir entgegen, Kinder? Ich komme ja zu Euch und werde bei Euch übernachten,“*) oder in Hirſchberg, als er den Dank der Greiffenberger Deputation für ſein Geldge⸗ ſchenk zum Wiederaufbau ihrer abgebrannten Häuſer ab⸗ lehnte:„Sie haben nicht Urſach, ſich bei mir zu bedanken, es iſt meine Schuldigkeit, meinen Untertanen bei erlittenen Unglücksfällen zu helfen, dafür bin ich da.“ Kurz die An⸗ weſenheit des Königs war jedesmal für die betreffende Stadt ein Feſttag, wo die Bürgerſchaft ihren Sonntagsſtaat an⸗ zog“***) und Ehrenkompagnien von Bürgern Spalier bil⸗ deten, um Ordnung und Ruhe aufrecht zu erhalten und die Zudringlichkeit der„Querulanten“ und„Supplikanten“ zu hindern— denn ihren„alten Fritz“ liebten die Schleſier doch von Herzen, †) wenn auch die Härten des friede⸗
*) M. R. III 24 a vol. V, Bl. 120. *) ebenda 24a vol. V, Bl. 104 ff. ***) 1776 fiel ihm in Landeshut die gute Kleidung der Leute auf.
†) Der Bericht des Brieger Stadtdirektors an den Miniſter(25. Aug. 1777) ſchließt folgendermaßen:„Se. Majeſtät fuhren höchſt ver⸗ gnügt unter den brünſtigſten doch ſtillen Segenswünſchen ſo vieler tau⸗
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