anzuführen, in Landeshut noch, als Perſchke ſeine Geſchichte ſchrieb, keine Straßenbeleuchtung, während Neiſſe, das 1787 auch nicht mehr als 4535 Einwohner hatte, ſchon im achtzehn⸗ ten Jahrhundert in den ſechs Wintermonaten ſeine Straßen durch zweihundert Laternen erleuchtete,“*) für jene Zeit ein allerdings unerhörter Luxus.
VI. Perſönliches von Friedrich dem Großen.
Unzerſtörbar lebt in dem Herzen des ſchleſiſchen Volkes — mehr wie wohl in jeder andern Provinz des preußiſchen Staates— das Andenken des großen Königs, und ſelten hat ſich wohl je um einen Herrſcher ein dichterer Kreis von Sagen und Anekdoten gebildet als in dem eroberten Lande um ihn. Die ſeltſamſten Lagen und Vermummungen dachte ſich die Einbildung des Volkes aus, weil ihm für ſeinen Hel⸗ den nichts merkwürdig und abenteuerlich genug erſchien: die Erzählungen von der Kugel, die ihm unter der großen Eiche am Laugwitzer Bach vor Beginn der Schlacht bei Mollwitz den Braten von der Schüſſel riß, von ſeinen wunderbaren Er⸗ rettungen unter der Brücke, unter einer Maiſchbütte, vor dem Panduren, dem er mit dem Finger gedroht habe:„Du, du, ja nicht ſchießen!“, von ſeinen Verkleidungen, in denen er verſchiedentlich den OÖſtreichern entkommen ſein ſoll, alle zei⸗ gen, wie ſehr die Phantaſie des Volkes ſich mit dieſem ſei⸗ nem Lieblingshelden befaßte. Und das war unmöglich bloß darum, weil er Schleſien von dem öſterreichiſchen Staate losgeriſſen und zu Norddeutſchland gezogen hat, wohin es ſeiner geographiſchen Lage, ſeinen ethnographiſchen Verhält⸗ niſſen, ſeiner geſchichtlichen und konfeſſionellen Entwickelung nach gehörte, auch nicht bloß, weil auf dem heiß umſtrittenen Boden des ſchleſiſchen Landes eine Reihe berühmter Schlach⸗ ten, darunter die glänzendſte aller drei Kriege, geſchlagen worden iſt, ſondern vornehmlich darum, weil er der Be⸗
*) Zimmermann, Beiträge III 279.
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