J. Geſchichtliche Entwicklung.
m 6. Juni 1909 beging die hieſige evangeliſche Kirch⸗
gemeinde die Feier ihres 200 jährigen Wiedererſtehens.
Gleichzeitig hätte auch das heutige ſtädtiſche Realgym⸗ naſium ſich ſeines 200 jährigen Daſeins rühmen können, denn als im Anfange des Jahres 1709 die evangeliſche Gemeinde in Landeshut die Neugründung ihres Kirchſyſtems in Angriff nahm, beſchloß ſie auch, eine evangeliſche Schule ins Leben zu rufen, die aus höherer Schule(Lateinſchule) und Volks⸗ ſchule beſtand. Tatſächlich eröffnet wurde aber der Unterricht erſt am 27. Januar 1710, und das iſt der Grund, warum die Schuljubelfeier auf das Jahr 1910 verlegt wurde. Die Wahl des Sommers zu dieſer Feier geſchah nur aus Rückſicht auf praktiſche Verhältniſſe.
Die Feier des vorangegangenen Kirchenjubiläums brachte es unbeabſichtigt mit ſich, uns ein unantaſtbares Beweis⸗ mittel für das 200 jährige Beſtehen unſerer Schule in die Hand zu liefern. Bei der Renovation der Kirche wurde auch ein Teil der Steinplatten in die Höhe genommen, welche den Fußboden des Gotteshauſes bedeckten. Mehrere der⸗ ſelben erkannte man zu allgemeiner Verwunderung als urſprüngliche Grabdenkmäler, welche eine frühere pietätarme Zeit als koſtenloſe große Sandſteinplatten benützt und— die Schriftſeite nach unten gewendet— zur Belegung der inneren Grundfläche der Kirche verwendet hatte. Eine von dieſen großen ſchweren Sandſteinplatten war dem Gedächt⸗ nis des erſten Rektors unſerer Lateinſchule gewidmet und ſchmückte jedenfalls im Anfange ihres Daſeins das Grab dieſes Mannes. Sie wurde von der Kirchenverwaltung in liebens⸗ würdiger Weiſe dem Realgymnaſium überlaſſen und befindet ſich zur Zeit in unſerm Schulgebäude. Ihre genaue Inſchrift lautet:


