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Scholarchen Eisenmenger vor versammelten Lehrern und Schülern feierlich eingeführt.(Die Ein- holung und Einführung als Rektor der Universität fand erst am 21. Februar statt). In gleicher Weise wird 1670 die am 23. Februar(VII Cal. Mart.) mit großem Pomp stattgehabte Einführung des aus Cassel berufenen neuen Rektors Georg Otho(Sonst auch Otto) kurz beschrieben.
Unter dem 16. September 1670 wird mitgeteilt, daß damals zuerst eine besondere Prima superior eingerichtet worden ist mit Zustimmung der Scholarchen. Es werden auch die Versetzungen aus der inferior in die superior angeführt. Die Teilung scheint aber nicht lange bestanden zu haben, es werden nämlich später keine Versetzungen mehr mitgeteilt.
Zum Jahre 1680 wird die Einweihungsfeier der neuen Aula im dritten Stockwerk des Gymnasialgebäudes kurz beschrieben. Sie fand statt in Gegenwart des Grafen Friedrich Casimir und seiner Gemahlin Sibylla Christine von Anhalt. Die Wappen dieses Ehepaares mit der Jahreszahl 1680 befinden sich noch heute in Stuck in der Mitte der Decke der Aula.
Weiterhin ist in der Regel ein Wechsel in der Person des Rektors jedesmal von dem neuen Rektor kurz vermerkt, so 1676, 1712, 1713, 1737.
Seit 1664 werden anfangs nur sehr vereinzelt, später, seit 1716, ziemlich regelmäbßig die Themata der lateinischen Schulreden mitgeteilt, die von dem jedesmaligen Rektor und von Schülern, insbesondere den Abiturienten bei dem öffentlichen Examen gehalten worden sind. Sie sind meist entweder moralischen oder allgemein philosophischen, oder geschichtlich-antiquarischen, oder literarischen, oder auch vereinzelt sozialpolitischen Inhaltes. Einige mögen als Beispiel hier angegeben werden.
De vera nobilitate. De ignavia et otio. De industria et labore. De frugalitate sectanda. De honestis ac licitis animi recreationibus.— De firmissimo literaturae fundamento pietate.— De veris et genuinis historiarum principiis. De laudibus imperatoris Juliani apostatae. De Germanorum veterum virtute. De primorum Caesarum Romanorum in literis gloria. De Alexandri fama vitiis deturpata. Marci Porcii Catonis Carthaginem esse delendam.— De linguae Hebraicae praestantin. De Germanorum in studiis historicis excellentia. De latini sermonis flore sensim marcescente. De eloquentiae Ciceronianae arcanis. Primum sed notabile Caesaris Neronis quin- quennium.— Humili loco natos ab officiis et honoribus nequaquam esse arcendos.— Man sieht, es sind zum Teil Aufgaben, wie sie wohl vor 30— 40 Jahren noch als Themata der lateinischen Aufsätze beliebt waren.—
Endlich ist neben dem Verzeichnisse der Schüler ein ganz kurzes Verzeichnis der Scholarchen, Konsistorialräte, Rektoren und Lehrer vorhanden. Zu Anfang des Buches sind sie rein chronologisch nach und nach eingetragen, am Schlusse sind sie nach Kategorien z. T. mit den Jahreszahlen zusammengestellt. Das letztere Verzeichnis verdanken wir wesentlich der Hand des Rektors Stang. Es kann als Grundlage für eine Bearbeitung der Personalien dienen.
Wir geben nun diese beiden Verzeichnisse nebst einer Probe des Schülerverzeichnisses. Ein eigentümlicher Zufall hat es gewollt, daß in dem Buche sich gerade Raum für die Aufzeich- nungen von hundert Jahren fand. Leider fehlt unserer Anstalt die Fortsetzung der Matrikel bis 1813. Die Schüler dieser Periode sind nur nach den Ergebnissen der Versetzungen und zwar zerstreut zusammengestellt. Von 1813 ab haben wir das vollständige Album, jedoch nur in nüchterner Aufzühlung, ohne die lebensfrischen Beziehungen, die die alte Matrikel so anziehend machen.


