Aufsatz 
Festschrift zur Einweihung des Neubaues der höheren Bürgerschule zu Dieburg am 6. August 1908
Entstehung
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Entſchließung vom 17. April mit Wirkung vom 17. April Herr Lehramtsaſſeſſor Heinrich Geißler zum Oberlehrer ernannt.

Am 14. Juni ſtarb der Oberſekundaner Karl Fiedler zu Frankfurt a. M. Dem ſo früh Entſchlafenen gaben am 17. Juni Herr Oberlehrer Engelhardt und vier Mitſchüler das letzte Geleit. Am 17. Juni beehrte uns Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterrichte in den meiſten Klaſſen bei. Am 23. Juli erhielten wir die erfreuliche Mitteilung, daß laut Bekanntmachung des Reichsamtes des Innern vom 12. Juni fortan auch die Progymnaſiaſten unſerer Anſtalt das wiſſen⸗ ſchaftliche Befähigungszeugnis zum einjährig⸗freiwilligen Militär⸗ dienſt bereits nach durchlaufener Unterſekunda erlangen können, wenn ſie ſich der Abſchlußprüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dez. 1899 mit Erfolg unterziehen.

Zu Beginn des Winterhalbjahres übernahm Herr Pfarrer Guſtav Weißgerber, der Nachfolger des nach Horchheim bei Worms verſetzten Herrn Pfarrvikars Wilhelm Vogel, den evan⸗ geliſchen Religionsunterricht. Am 1. Oktober ſchied Herr Lehramts⸗ aſſeſſor Georg Flach aus dem Lehrkörper aus, um ſeiner Militär⸗ pflicht in Butzbach zu genügen. An ſeine Stelle trat Herr Lehr⸗ amtsakzeſſiſt Nax Halm. Der am 1. Februar vorgelegte Ent⸗ wurf einer den örtlichen Verhältniſſen entſprechenden Schul⸗ ordnung wurde von Hoher Behörde am 6. Februar genehmigt.

Der 13. Februar 1903 wird ein denkwürdiger Tag in der Geſchichte unſerer Anſtalt ſein. Auf den in der Sitzung des Kura⸗ toriums vom 28. Januar erſtatteten Bericht des Unterzeichneten über die Unzulänglichkeit der zur Verfügung ſtehenden Schulräume beſchloß der Gemeinderat am 13. Februar einſtimmig, auf Koſten der Gemeinde Dieburg ein allen Forderungen der Neuzeit ent⸗ ſprechendes und der Größe der Anſtalt angemeſſenes Schulhaus in unmittelbarer Nähe des Konviktes zu errichten. Zwiſchen dieſem Beſchluſſe und der Einweihung unſeres Neubaues liegen alſo 5 ½ Jahre.

Am Schluſſe des Schuljahres erhielten ſämtliche Oberſekun⸗ daner(13) das wiſſenſchaftliche Befähigungszeugnis zum einjährig⸗ freiwilligen Militärdienſt(ſ. u.).

Die fakultative Abſchlußprüfung der Unterſekunda fand am 30. März unter dem Vorſitz des Herrn Oberſchulrats Dr. Scheuer⸗ mann ſtatt. Sämtliche Prüflinge(11) beſtanden(Prog.: Steffen, Realſchüler: Danz, Ewald, Haus, Joachimi, Mörtlbauer, Pleß, Pötz, Rümper, Schmitt, Stampfer). Einer war von der mündlichen Prüfung befreit.

Zentralblatt für das deutſche Reich Nr. 26 v. 20. Juni 1902, Anhang.