Aufsatz 
Festschrift zur Einweihung des Neubaues der höheren Bürgerschule zu Dieburg am 6. August 1908
Entstehung
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Drei Tage ſpäter aber waren ſie wirklich da, die gefürchteten Preußen; eine ſtarke Abteilung des Manteuffelſchen Korps erſchien am 19. Juli in Dieburg, wurde bei den Bürgern zum Mittag⸗ eſſen einquartiert und zog um 4 Uhr wieder weiter.!

Am 20. Juli teilte der kommandierende General von Falken⸗ ſtein der Eiſenbahndirektion der heſſiſchen Ludwigsbahn mit, daß der Wiederherſtellung des Bahngeleiſes nach Aſchaffenburg nichts mehr im Wege ſtehe und daß dann der Bahnverkehr wieder er⸗ öffnet werden könne. ²

Vom 8.11. Auguſt waren viele preußiſche Truppen in Dieburg einquartiert, in der ganzen Provinz 12 Bataillone In⸗ fanterie, 5 Schwadronen Reiterei, 6 Batterien Artillerie uſw., an 14 000 Mann und 1700 Pferde.

Das 8. Armeekorps wurde am 8. Auguſt aufgelöſt; Prinz Alexander legte den Oberbefehl nieder mit dem Wunſche:Möge aus ihrem Blute, möge aus unſern Anſtrengungen eine ſegens⸗ reiche Frucht für unſer gemeinſames Vaterland erſprießen!4

Um die Friedensunterhandlungen zu beſchleunigen, wurde Ende Auguſt die Provinz Starkenburg mit 10 000 Mann Preußen, aus dem Badiſchen kommend, beſetzt. Nach Dieburg kam am 29. Auguſt das lübeckiſche Militärkontingent, 6 700 Mann, ſie blieben bis zum 8. September hier einquartiert. Der Friede zwiſchen Heſſen und Preußen wurde am 3. September abge⸗ ſchloſſen. Heſſen mußte 3 Millionen Gulden zahlen, das Poſt⸗ weſen an Preußen abgeben, die vor kurzem an Heſſen heimge⸗ fallene Landgrafſchaft Heſſen⸗Homburg ſowie die Ämter Bieden⸗ kopf, Königsberg, Blankenſtein, Battenberg, die Herrſchaften Itter mit Vöhl uſw., aus dem Kreiſe Gießen die Orte Rodheim, Fel⸗ lingshauſen und Bieber, ferner Rödelheim, Nieder⸗Urſel abtreten; es erhielt die kurheſſiſchen Orte Ohmes, Ruhlkirchen Seibelsdorf, Vockenrode, Treis a. d. Lumda, Dorheim, Nauheim, Rödchen, Schwalheim, Maſſenheim, die naſſauiſchen Orte Dornaſſenheim und Reichelsheim i. d. Wetterau, die frankfurtiſchen Orte Dortel⸗ weil und Nieder⸗Erlenbach und endlich das vormals kurheſſiſche Rumpenheim. Mit Oberheſſen trat Heſſen in den norddeutſchen Bund und mit den heſſiſchen Truppen in eine Militärkonvention mit Preußen.

Aus der Proklamation, die Großherzog Ludwig III. anläß⸗ lich des Friedensſchluſſes von Worms aus am 17. September erließ, heben wir folgenden Rückblick hervor:Die Ereigniſſe eines

St. Pr. Nr. 58, 20. Juli.

St. Pr. Nr. 59, vom 24. Juli.

St. Pr. Nr. 64 vom 10. Auguſt.

St. Pr. Nr. 65 vom 14. Auguſt.

Schrohe, Abriß der Geſchichte des Großh. Heſſen, S. 44.

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