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als die Spitzen der preußiſchen Kolonnen ſchon bei Lohr er⸗ ſchienen.
Am Nachmittag des 12. und am Vormittag des 13. Juli wurden die heſſiſchen Truppen, ſie bildeten die 3. Diviſion, nach Aſchaffenburg geſchafft. Die Diviſion ſtand unter dem Kommando des Generalleutnants von Perglas und zählte etwa 9000 Mann Fußtruppen und 500 Reiter. Offiziere und Soldaten waren un⸗ geachtet des fortwährenden Rückzuges und der niederſchlagendſten Nachrichten vom öſterreichiſchen Kriegsſchauplatz vom beſten Geiſte beſeelt. Die Truppen der preußiſchen Mainarmee unter dem Kommando des Generals Vogel von Falkenſtein waren die Diviſionen von Goeben und von Manteuffel. Die Diviſion von Manteuffel griff bei dieſen Gefechten nicht ein, gab aber den vor⸗ marſchierenden Truppen das Gefühl eines zuverläſſigen Rückhalts. Die Diviſion von Goeben, ſiegesfroh und unter einheitlicher Führung, zählte etwa 6000 Mann.
Am 13. Juli fand das Trefſen bei Laufach und Fronhofen ſtatt; gegen 8 Uhr abends zogen ſich die Heſſen mit einem Ver⸗ luſt von etwa 400 Mann zurück. Am folgenden Tag war das Gefecht bei Aſchaffenburg; der Ubergang vom rechten aufs linke Mainufer koſtete beſonders viele Verluſte. Gefallen waren in dieſen Treffen auf heſſiſcher Seite 7 Offiziere, 12 Unteroffiziere, 60 Soldaten; verwundet 26 Offiziere, 37 Unteroffiziere, 337 Soldaten, gefangen oder verſprengt 371 Mann.] Ganz Aſchaffen⸗ burg war mit Verwundeten oder Sterbenden angefüllt. Die Land⸗ ſtraße von Aſchaffenburg nach Babenhauſen war mit Torniſtern, Czakos, Stiefeln, Patronentaſchen und ähnlichen militäriſchen Uten⸗ ſilien beſäet, welche die ſich zurückziehenden Soldaten weggeworfen hatten.*
Am 16. Juli kam Biſchof Ketteler von Mainz mit einem Domkapitular und 28 barmherzigen Schweſtern mit der Bahn nach Dieburg, um ſich von hier nach Aſchaffenburg zu begeben; der Bahnverkehr zwiſchen Dieburg und Aſchaffenburg aber war geſperrt und Fuhrwerk kaum aufzutreiben; ſo mußte der Biſchof zu Fuß nach Aſchaffenburg, während die Schweſtern auf Leiterwagen dorthin geſchafft wurden zur Pflege der Verwundeten.“ Am gleichen Tage, nachmittags um 2 Uhr, verbreitete ſich plötzlich in Dieburg das Schreckensgerücht, die Preußen kämen; es bewahr⸗ heitete ſich nicht, man beſtritt ſogar, daß die Preußen das links⸗ ſeitige Mainufer ſchon erreicht hätten, und mahnte zur Ruhe.
1 St. Pr. Nr. 65, 14. Auguſt 1866.
2 St. Pr. Nr. 59, 24. Juli 1866.
8 St. Pr. Nr. 57, 17. Juli 1866; korrigiert nach dem Berichte Biſchof Kettelers an ſeinen Bruder bei Pfülf: Biſchof Ketteler, Band II Seite 264.


