Aufsatz 
Festschrift zur Einweihung des Neubaues der höheren Bürgerschule zu Dieburg am 6. August 1908
Entstehung
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Die Anwartſchaft auf die Mainzer Lehen der Groſchlagſchen Familie, nämlich auf das Dorf Meſſel und das Dieburger Schloß, hatte der Kurfürſt Albini ſchon etwas früher, 1798, verliehen, durch das Ausſterben der Groſchlagſchen Familie im Mannes⸗ ſtamm am 25. Mai 1799 kam Albini in den Beſitz dieſer An⸗ wartſchaft; ſeine Familie bezog das Dieburger Schloß.

Kurfürſt Karl Friedrich ſtarb am 25. Juli 1802 zu Aſchaffen⸗ burg; Albini vereidigte ſofort Truppen und Beamte für den ſeit⸗ herigen Koadjutor Karl Theodor von Dalberg.

Der neue Herr wußte die Entſchiedenheit und Sachkenninis Albinis ebenſo zu würdigen wie ſein Vorgänger; er ernannte Albini zu ſeinem Statthalter und Direktorialgeſandten in Regensburg.

Da die Säkulariſation der geiſtlichen Fürſtentümer nicht auf⸗ zuhalten war, ſorgte Albini wenigſtens für die Penſionierung und Schadloshaltung der Beamten. Aus den Reſten des Mainzer Kurſtaates: Vicedomamt Aſchaffenburg, den auf dem rechten Main⸗ uſer liegenden Teilen vom Oberamt Miltenberg, Oberamt Orb, Amt Lohr wurde mit den Reichsſtädten Wetzlar und Regensburg ein neuer Staat für den ehemaligen Koadjutor, jetzigen Erzbiſchof Karl Theodor von Dalberg, gebildet, der mit Vorliebe Aſchaffenburg zu ſeinem Wohnſitz wählte.

Die Kurmainzer Ämter Heppenheim, Gernsheim, Lorſch, Fürth, Steinheim, Bensheim, Dieburg, Seligenſtadt, Hirſchhorn, Vilbel, Rockenberg mit Marienſchloß kamen an die Landgrafſchaft Heſſen⸗Darmſtadt.

So wurde durch den Regensburger Reichsdeputationshaupt⸗ ſchluß vom 25. Februar 1803 die mehr als 500 jährige politiſche Zuſammengehörigkeit von Dieburg und Mainz gelöſt, nur die kirchliche Einheit bildete das fernere Band.

Dem Freiherrn von Albini mochte, gerade weil er durch die Huld ſeines Herrn ſein Schloß in Dieburg hatte, dieſe Trennung beſonders ſchmerzvoll ſein.

Im Jahre 1810 verlor das Gebiet Dalbergs Regensburg an Bayern und erhielt dafür Fulda und Hanau; der Fürſtprimas wurde zum Großherzog von Frankfurt, das 1806 ſeinem Staat einverleibt worden war. Zur Übernahme und Ordnung der neuen Gebietsteile wurde Albini beſtimmt. Im Schloſſe zu Hanau nahm er ſeinen Wohnſitz, ſeine Famile blieb in Dieburg. Ende des Jahres 1812, ſpät abends, ſo erzählt Albinis Biograph in dem BucheZeitgenoſſen, ließ ein franzöſiſcher General durch den Gaſtwirt, bei dem er in Hanau abgeſtiegen war, der ihn aber weiter nicht kannte, den Miniſter Albini erſuchen, zu ihm zu kommen. Albini zögerte einige Zeit, der Einladung zu folgen, der General hätte ja auch zu ihm kommen können. Endlich, die Möglichkeit erwägend, daß aus der Weigerung vielleicht ein Nachteil