Aufsatz 
Festschrift zur Einweihung des Neubaues der höheren Bürgerschule zu Dieburg am 6. August 1908
Entstehung
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ſchaffen wollen, da iſt er gekommen der böſe Geiſt, erſt wie ein Schatten, dann in Mannesgeſtalt, in grauen Kleidern, mit einem ſchwarzen Hut und roter Feder darauf. Er hat mit ihr gebuhlt, ſie wollte es anfangs nicht, wußte es auch nicht, daß es Betrug ſei, Geld hat er ihr gegeben, als ſie es ſpäter beſah, war es Pferdemiſt; über den Diepoldsgraben iſt er ſpäter mit ihr auf einem Stecken gefahren....

Man beachte: nur ſich ſelbſt und ihre tote Mutter klagt ſie an in den Ausgeburten ihrer erregten Phantaſie. Man fragt ſie nach Mitſchuldigen. Es iſt niemand dabei geweſen.

2. Hierauf iſt ſie mit demKrebs abermals ein Vater unſer lang beſchraubt worden, worauf ſie die Zeremonien beſchreibt, womit ſie ihr Chriſtentum abſchwur und der Teufel ſie in Teufels Namen taufte und 3 4 Wochen ſpäter auf dem Eichwaſen mit dem Teufel Hochzeit hielt.... Alles offenbar Reminiſzenzen aus früheren Hexenprozeſſen und Teufelsgeſchichten!

3. Darauf ſchweigt ſie; und weil ſie nicht weiter heraus⸗ gewollt, wird ſie abermals beſchraubt auf die vorige Manier, und nun nennt ſie die Brautführer, Brautzeugen, Köche und Muſi⸗ kanten. Dazwiſchen bittet und beſchwört ſie, man möge doch von fernerem Examinieren ablaſſen, ſie wolle Gott wieder zufallen, dafür daß ſie von ihm abgefallen ſei, gern den Tod erleiden; man ſolle den Pfarrer ſchicken, ſie wolle ihm beichten.

4. Als ſie dann einhält und nicht mehr weiter bekennen will, iſt ſie abermals mit demKrebs angegriffen worden, diesmal ungefähr zwei Vater unſer lang; und nun kommt das Geſtändnis der nächtlichen Zuſammenkünfte auf dem Eichwaſen; aus allen Dörfern der Umgegend kommen ſie dort zuſammen, Hoch und Nieder, Männer und Frauen, und eine Menge Perſonen bezichtigt ſie jetzt der nächtlichen, teufliſchen Orgien, kunterbunt durcheinander, wie ſie der Wahnſinnsſchmerz ihr gerade eingab.

5. Erſchöpft ſchweigt ſie dann; darauf wird ſie wieder be⸗ ſchraubt, hierbei ſchreit ſie: ob ſie denn ihre Seele gar verdammen ſolle, ſie könne niemand mehr nennen. Dann folgen weitere Ge⸗ ſtändniſſe. Wetter haben ſie gemacht, Vieh verhext, Frucht ver⸗ dorben, Kinder getötet.

Fünfmal alſo wurde die Arme Vater unſer lang beſchraubt. Wenn dann zum Schluß das Protokoll vermerkt:Als man die Angaben protokollierte, hat ſie ſich etwas irre geſtellt mit in⸗ ſtändigem Bitten, weil ſie ſo ſehr baufällig und aus Leid⸗ mütigkeit verirret und dumm im Kopf ſei, könne ſie nicht alles ad formam erzählen, ſo dürfen wir das der armen Frau aufs Wort glauben, ſie war infolge der Folterqualen geiſtig und körper⸗ lich gebrochen. Nur den einen Wunſch hat ſie, man möge ihr vom Leben davon helfen, je eher, deſto beſſer, aber mit fernerem