Aufsatz 
Festschrift zur Einweihung des Neubaues der höheren Bürgerschule zu Dieburg am 6. August 1908
Entstehung
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folgte am 25. Oktober. Am 24. November kamen dann in die⸗ ſelben Orte 600 Kaiſerliche und einige Kompagnien Spanier. Man kann ſich denken, wie die Orte unter den ſtändigen Durch⸗ zügen und Einquartierungen litten. Im Januar 1622 wurde die Feſte Otzberg den Bayern übergeben, die pfälziſche Beſatzung, 64 Mann, erhielt freien Abzug.!

Im Mai 1622 fiel Graf Mansfeld mit 16 000 Mann ins Darmſtädter Land; Darmſtadt wurde gebrandſchatzt, Landgraf Ludwig V. gefangen fortgeführt. Graf Mansfeld zog dann nach Dieburg und lagerte daſelbſt. Graf Tilly folgte ihm und bezog am 28. Mai 1622 ein feſtes Lager zu Mosbach im Bachgau. In der Ebene zwiſchen Umſtadt, Dieburg und Babenhauſen er⸗ wartete man die entſcheidende Schlacht. Durch einen Angriff ligiſtiſcher Truppen auf die Stadt Mannheim beſtimmt, eilte Mansfeld dorthin, Chriſtian von Braunſchweig zog plündernd von Weſtfalen an den Main; noch ehe er ſich mit dem Mansfelder vereinigen konnte, zog Tilly über Aſchaffenburg herbei und er⸗ focht bei Höchſt den glänzenden Sieg vom 20. Juni 1622.

Die Ebene vom Main ſüdlich bis zum Odenwald wurde von kaiſerlichen und ligiſtiſchen Truppen beſetzt, die ſich hier von den Strapazen des Feldzuges zu erholen ſuchten.

Auf dem Fürſtentage zu Regensburg im Februar 1623, wo die pfälziſche Kurwürde mit einem großen Teil der pfälziſchen Gebiete dem Herzog Maximilian von Bayern übertragen wurde, erhielt Landgraf Ludwig V. von Heſſen Darmſtadt zur Ent⸗ ſchädigung für die erlittenen Kriegsdrangſale auch die Herrſchaft Otzberg und den pfälziſchen Anteil von Umſtadt. Bis 1649 blieb Heſſen im Alleinbeſitz von Umſtadt.

1632 kam das Amt Babenhauſen in ſchwediſchen Beſitz, 1635 werden Stadt und Schloß von den Kaiſerlichen vergeblich belagert, von 16361647 iſt Babenhauſen dann in Kurmainzer Beſittz. Auf die Kreuz⸗ und Querzüge der Truppen und die wechſelnden Kriegsſchickſale näher einzugehen, würde ermüden; die Bedränger wechſelten, die Bedrängniſſe wuchſen. Gerade aus hieſiger Gegend haben wir eine ergreifende Schilderung der Leiden jener Zeit in der Chronik des Magiſters Johann Daniel Minck.

Der Verfaſſer war 16341636 Schulmeiſter in Groß⸗Um⸗ ſtadt, 1636 1654 Pfarrer in Groß⸗Bieberau und ſtarb 1664 als Pfarrer in Groß⸗Gerau. Er war alſo Augenzeuge all jener Leiden, die unſere Gegend damals heimſuchten, und gerade die Schilderung des perſönlich Erlebten verleiht ſeiner Erzählung einen eigenen Reiz.

In Dr. W. Diehls Bildern aus der Zeit des 30 jährigen Krieges iſt ſie abgedruckt. Man vergleiche in dieſem im Selbſt⸗

Steiner: Geſchichte der Städte Umſtadt u. Babenhauſen,§ 18 und 36.