Aufsatz 
Geschichte des Großherzoglichen Gymnasiums zu Darmstadt : Festschrift zur Feier des 250jährigen Jubiläums dieser Schule am 23. und 24. April 1879 / Von Wilhelm Uhrig
Entstehung
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Vorwort.

Die Geſchichte des Gymnaſiums zu Darmſtadt iſt ſchon zu verſchiedenen Malen Gegenſtand der wiſſenſchaftlichen Darſtellung geweſen. Der erſte Verſuch wurde durch den Rector Stockhauſen gemacht mit der Abhandlung: IIlustris Paedagogii Darmstadini historia succincta. Particula prima(Oſterprogramm 1769), welche jedoch nur Angaben über die Gründung und die traurigen Zeiten bis 1646 enthält. Im Jahre 1809 erſchien ein Schulprogramm des Director Zimmermann: Geſchichte des Großherzoglichen Gymnaſiums, erſtes Stück, dem 1815 ein zweites Stück folgte. Auch Zimmermann iſt kaum über die Anfänge hinausgekommen, ſo daß Director Dilthey ein verhältnißmäßig unbebautes Feld vor ſich hatte, als er ſich entſchloß, zur Feier des 200 jährigen Jubiläums dieGeſchichte des Gymnaſiums zu Darmſtadt, 1829. zu veröffentlichen, eine Arbeit, die wegen der Wärme, mit der ſie geſchrieben iſt, nicht minder, als wegen ihrer gewiſſenhaften Ausführung und der wahrhaft überwältigenden Fülle des Stoffes hohes Lob verdient, das ihr denn auch von den Zeitgenoſſen in reichem Maße zu Theil geworden iſt. Wenn ich es trotzdem unternehme, ein neues Werk als Erinnerung an das 250 jährige Jubiläum unſerer Anſtalt der Oeffentlichkeit zu übergeben, ſo haben mich hierbei folgende Beweggründe geleitet. Von der Dilthey'ſchen Geſchichte ſind nur noch ſehr wenige Exemplare vorhanden, ſo daß etwa an einen Wiederabdruck und eine Fortſetzung hätte gedacht werden können. Es ergab ſich aber aus einer Einſichtnahme in die Acten des Großherzoglichen Haus⸗ und Staats⸗ archivs, deren Benutzung mir durch die Liberalität des Großherzoglichen Staats⸗ miniſteriums geſtattet war und durch die große Freundlichkeit und Zuvorkommenheit des Großherzoglichen Haus⸗ und Staatsarchivars Dr. Freiherr Schenk zu Schweinsberg weſentlich erleichtert wurde, daß ein reicher Stoff noch der Hebung harre, da Dilthey nur Auszüge durch die damaligen Beamten erhalten, die Originalacten aber nicht benutzt hatte. Weiterhin konnten auch in der Behandlung des Stoffes andere Geſichtspunkte hervortreten. Statt der vorzugsweiſe biographiſchen Anlage der Dilthey'ſchen Geſchichte, die überdies durch