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Der Direktor überreichte ihm bei der Schlussfeier die von des Königs Majestät mittels Allerhöchster Ordre vom 12. März 1887 verliehenen Insignien des Roten Adlerordens IV. Cl., übermittelte ferner in Ausführung einer hohen Verfügung vom 30. März 1887 des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums Anerkennung und Dank für die langjährige Wirksamkeit und knüpfte daran den Ausdruck auf- richtiger Verehrung und herzlichsten Dankes für alles das, was der ausscheidende Kollege uns bisher gewesen. Möge dem verehrten Manne lange noch vergönnt sein, einen frohen Abend seines Lebens in glücklicher Musse zu geniessen.
Gleichzeitig mit Röse schied aus dem Lehrerkollegium, nachdem er gerade 10 Jahre dem- selben angehört hatte, Herr Dr. Hugo Brunner, um in die seiner Neigung mehr entsprechende Stelle eines Bibliothekars an hiesiger ständischer Landesbibliothek überzutreten. Unsere herzlichsten Wünsche für sein künftiges Wirken folgen auch ihm, möge ihn die Erinnerung an ein freundschaft- liches und gedeihliches Zusammenwirken auf seinem ferneren Lebenswege wohlthuend pegleiten.
Bei der Berichterstattung über die Ereignisse, welche sich in dem abgelaufenen Schuljahre zugetragen, haben wir an erster Stelle die schmerzliche Pflicht zu erfüllen, Kunde zu geben von dem für unsere Schule wichtigsten, aber auch traurigsten Ereignis, von dem am 27. Oktober einge- tretenen Todesfalle des um die Anstalt hochverdienten Direktors
Prof. Dr. Karl Buderus.
Beinahe zwei Decennien lang hat er an der Spitze der Realschule gestanden und derselben seine umfassende, rastlose und gewissenhafte Thätigkeit gewidmet. Mit seinem Hinscheiden hat ein an segensvoller Wirksamkeit reiches Leben ein plötzliches Ende genommen.
Wir entsprechen gewiss dem Wunsche vieler, wenn wir hier eine, wenn auch nur ganz kurzgefasste Schilderung des Lebensganges des Verblichenen folgen lassen.
Karl Heinrich Buderus war der Sohn des Rechtsanwaltes Buderus in Rauschenberg und geboren daselbst am 13. April 1835. Er besuchte von 1844 bis 1853 das Gymnasium zu Marburg, dann die dortige Universität bis 1857, in welchem Jahre er die theoretische Prüfung für Gymnasiallehrer ablegte. Im Frühjahr 1858 trat er als Praktikant an dem Marburger Gymnasium ein, wurde bald mit Versehung einer Lehrerstelle am Hanauer Gymnasium peauftragt und von da in gleicher Eigenschaft nach Hersfeld versetzat. Im Jahre 1860 bestand er die im vormaligen Kurfürstentum Hessen vorgeschriebene zweite(praktische) Prüfung und wurde im Jahre 1863 auf Grund einer Abhandlung aus der analytischen Geometrie von der philosophischen Fakultät in Marburg zum Doktor promovirt. In demselben Jahre erfolgte seine Ernennung zum Hülfslehrer, 1866 zum ordentlichen Lehrer. Im Jahre 1868 besuchte er mehrere Monate die Centralturnansalt in Berlin und bestand die Turnlehrerprüfung. Im Jahre 1871 wurde er auf seine Bewerbung hin zum Rektor unserer Schule(damals Höheren Bürgerschule) berufen. Die Einführung in sein neues Amt geschah am 9. Oktober 1871 durch Herrn Regierungs- und Schulrath Kretschel. Von April 1874 ab war er Mitglied der Königlichen Prüfungs-Kommission zur Prüfung der Lehrer an Mittelschulen und der Rektoren. Durch Ministerialpatent vom 2. Mai 1877 wurde ihm in Rücksicht seiner anerkennens-


