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des Gehorſams, ja er iſt der Gehorſam ſolbſt, den ich Euch als die Bedingung alles Heils vor die Seele geſtellt habe. Wo die⸗ ſer Geiſt herrſcht, da iſt von Strenge nicht die Rede neben der Milde; die Strenge iſt die Milde, und die Milde iſt ſtreng. In dieſem Geiſte wurzelt der Fleiß, der keiner Antriebe des Ehrgeizes oder der Eitelkeit bedarf, wurzelt die Ordnungsliebe und die Sitt⸗ ſamkeit in Wort und That. Kurz, aus dieſem Geiſte blüht jede Schülertugend und jede Gewähr des Gelingens auf. Gründe Euch, gründe uns der Herr in ſolchem Geiſte, damit dieſe Schule ein Garten Gottes werde, der Früchte trägt für dieſe wie für jene Welt. Ja, ſchenke uns allen der Herr die Gnade, dieſes Gym⸗ uaſium je länger je mehr werden zu ſehen zu einer Stätte, darin ſeine Ehre wohnt, und dieſe Kinder⸗ dieſe Jünglingsherzen zu Gefäßen ſeiner Herrlichkeit!
Soll es dahin kommen oder ſollen wir uns dieſem Ziele we⸗ nigſtens nähern, dann müßen Sie, geehrte Bewohner dieſer Stadt, unſere treuen Helfer, unſere rüſtigen Mitarbeiter ſein. Sie müßen den Herzensboden der Kinder, welche Sie uns anvertrauen, von zarteſter Jugend an für dieſes hehre Ziel bereiten, damit der Same, den wir ſtreuen, fröhlich aufkeime und gedeihe. Und was wir ſo in der Schule pflanzen, das müßen Sie zu Hauſe be⸗ gießen und ſorgfältig überwachen, auf daß nicht der böſe Feind, der überall lauert, ſein Unkraut dazwiſchen ſäe. Das Grunderfor⸗ dernis aller Erziehung iſt ja der Willenseinklang der Erzieher. Das Gegentheil ſchafft unermeßliche Gefahren. Wo verſchiedene Willen und entgegengeſetzte Strebungen auf Kinder wirken, da tritt nothwendig ein Riß in die Geiſter, ein Zwieſpalt in die Herzen derſelben ein. Zweien Herrn, ſofern ſie wirklich zwei ſind, dient niemand, am wenigſten ein Kind, ohne den einen zu lieben und den andern zu haßen. Und auf weſſen Seite werden ſich die un⸗ berathenen Kinder ſtellen? Auf die Seite deſſen, der da redet, wonach ihnen die Ohren jücken, und der ſie thun läßt, wonach ihres verkehrten Herzens Gedanken und Gelüſte ſtehen, An jedem


