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Verlangte nur mangelhaft und ungenau vorzutragen im Stande iſt, und Letzterem ſoll nun das Wort:„Ich hab's gelernt, ich kann's“ zum Hinterhalt dienen, um einer ihm etwa drohenden Strafe wegen mangelhafter Pflichterfüllung zu entgehen.—
Worin haben wir nun die Quelle des mangelhaften Könnens des Aufgegebenen zu ſuchen?
Oftmals werden wir ſie finden in einer gewiſſen Furcht vor der ernſten Anſtrengung und Mühe bei der Arbeit; dann haben wir es mit Bequemlichkeit, wenn nicht mit Trägheit zu thun, der wir mit allem Ernſte entgegentreten müſſen, wenn ſie nicht für das ſpätere Leben von Einfluß ſein und dann Weichlichkeit und Mangel an gehöriger Willensſtärke im Gefolge haben ſoll. Bisweilen iſt es nur eine gewiſſe Aengſtlichkeit und Scheu, die den Schüler angeſichts des Leh⸗ rers und der ganzen Klaſſe außer Faſſung bringt(ein Fall, der jedoch, namentlich wenn der Schüler ſchon einige Zeit der Schule angehört, ſeltener vorkommen dürfte); dann iſt Aufmunterung von Seiten des Lehrers und Erweckung des Selbſtvertrauens des Schülers anzuempfehlen. Endlich aber kann es in einem Mangel an Faſſungskraft und geiſtiger Befähigung liegen; und dann dürfte wohl Geduld das ein⸗ zige Mittel ſein, das dem zu erreichenden Ziele noch am nächſten führt, vorausgeſetzt daß der betreffende Schüler er⸗ ſehen läßt, er habe, ſo viel an ihm lag, ſich bemüht, ſeine Schuldigkeit zu thun. Vielleicht verdient der letzte Punkt umſomehr Beachtung, als gewiß ſchon mancher Lehrer die Erfahrung zu machen Gelegenheit gehabt hat, daß ein Schüler, der geraume Zeit hindurch ſich ſcheinbar gleichſam in einem Zuſtand vollſtändiger Lethargie befand, mit einem Male einen ſo gewaltigen Ruck in ſeiner geiſtigen Entwicklung that, daß es Erſtaunen erregte, und derſelbe nicht allein in kurzer Zeit gleichen Schritt mit ſeinen Mitſchülern zu halten im


