Aufsatz 
Samson Raphael Hirsch
Entstehung
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In Tertia und Secunda wird die Lektüre ähnlich wie in IV betrieben. Jedoch wird man in angemessener Berücksichtigung der grösseren Gewandtheit der Schüler denselben die Vorbereitung mehr und mehr allein überlassen und ihnen auch eine gewisse Freiheit bei der Übertragung ins Deutsche gestatten müssen. Die sich anschliessenden Memorier- und sonstigen Übungen müssen natürlich entsprechend erweitert werden.

Unter- und Ober-Prima. In den beiden obersten Klassen wird den Schülern das Stück, welches für die nächste Stunde zur Lektüre vorbereitet werden soll, jedesmal deutlich und nicht zu schnell vorgelesen. Erläuterungen werden nur in besonderen Fällen und bei schwie- rigen Stellen vorher gegeben. Die ihnen unbekannten Wörter haben die Schüler in ein- Prä- parationsheft zu schreiben und so weit auswendig zu lernen, dass sie sich ihrer bei der Über- setzung ohne Zögern bedienen können. Das Lesen muss geläufig und richtig gehen und die bersetzung muss genau und in gutem Deutsch geliefert werden. Ist die Aufgabe über- setzt, so erläutert der Lehrer kurz alles, was ihm sprachlich oder sachlich einer Erläuterung bedürftig erscheint, ohne sich auf mehr einzulassen als nötig ist. Hier wird sich auch Ge- legenheit finden, den Schüler mit den einfachsten Synonymen bekannt zu machen. In beson- deren Fällen ist es vorteilhaft, wenn der Lehrer zuletzt die Aufgabe seinerseits nochmals übersetzt.— Ein so behandeltes Stück lässt sich auch zuweilen mit Nutzen als Aufgabe für eine schriftliche Übersetzung verwenden, welche nachher zur weiteren Nutzbarmachung tür das Deutsche dem Lehrer dieses Faches zugestellt werden kann.

Die in den Stücken vorkommenden bemerkenswerten Gallicismen und Redensarten haben die Schüler unter Anleitung des Lehrers in ihr Präparationsheft einzutragen und zu lernen. Die gelesenen Abschnitte werden von Zeit zu Zeit repetiert und die darin enthaltenen Vokabeln und Redensarten abgefragt.

Ist ein Lesestück durchgenommen und erläutert, so bietet es Gelegenheit zur Übung im Sprechen, indem der Lehrer über den Inhalt französische Fragen stellt, die die Schüler in derselben Sprache in ganzen Sätzen beantworten müssen. Auch empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit das Gelesene retrovertieren zu lassen.

5. Vokabellernen.

Es erscheint erforderlich, dass der Schüler, abgesehen von den Wörtern, welche ihm bei der mündlichen und schriftlichen Behandlung der Grammatik und bei der Lektüre allmählich bekannt werden, seinen Wortschatz durch regelmässiges Lernen von nach sach- lichen Gruppen geordneten Vokabeln vergrössert, die ihm besonders beim mündlichen Gebrauche der Sprache zu statten kommen werden. Als ein für diesen Zweck geeignetes und ausreichendes Wörterverzeichnis ist das petit vocabulaire français von Plötz anzusehen. — Wenn man mit dieser Übung in III beginnt und bis in die obersten Klassen fortfährt, so wird der Schüler, mag auch die Zahl der jedesmal zu lernenden Wörter nur klein sein, sich nach und nach einen beträchtlichen Wortschatz sicher aneignen.

6. Behandlung der Litteratur-Geschichte. Xach der Circularverfügung vom 31. März 1882 ist französische Litteraturgschichte vom Unterrichte ausgeschlossen und„muss es genügen, die erforderlichen, auf das Notwen- digste zu beschränkenden Mitteilungen daraus an die Lektüre anzuschliessen.“

Israel. Realschule