Aufsatz 
Samson Raphael Hirsch
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 16—

streng an den Lehrgang im Plötz zu halten, vielmehr wird man möglichst schnell dem Schüler einen Uberblick zunächst über die erste Konjugation geben und ihn auf Grund- und abgeleitete Zeiten hinweisen. Nachher wird er sodann bei den übrigen Konjugationen die Ableitung der Nebenzeiten unschwer selbst finden. Die Gleichheit der Endungen in den verschiedenen Zeiten wird ihm möglichst oft klar zu machen gesucht.— Bei dem Konjunktiv mit quoique und bien que werden recht viele Beispiele gebildet, da dem mit der lateinischen Sprache unbekannten Schüler eine derartige Abweichung vom Deutschen sehr befremdend erscheint, wenngleich der mit dem Deutschen übereinstimmende Konjunktiv bei pour que und afin que erläuternd zur Seite steht.

Quarta. Die Aufgabe der Quarta besteht in einer umfassenderen Behandlung der Hauptredeteile, mit denen die Schüler der VI und V nur erst im Umrisse bekannt geworden sind. Es sind dies vorzugsweise die Pronomina, der Article partitif, das Adverb, die Kom- paration, die unregelmässige Pluralbildung, das reflexive Verbum, das Participe passé.

Bei der Mitteilung des neuen grammatischen Stoffes verfährt man, wie schon bemerkt, im allgemeinen induktiv, indem man den Schülern ein passendes Beispiel giebt und sie die Regel selbst herausfinden und in Worte fassen lässt. Zur Einübung derselben müssensie selbst Bei- spiele bilden und die in der Gammatik vorhandenen Sätze wiederholt übersetzen. Die schriftlichen

Arbeiten dienen zur weiteren Befestigung.— Neben dem eigentlichen Pensum geht eine sorgfältige Repetition der vier regelmässigen Konjugationen her.— Die zu den Ubungssätzen

gehörigen Wörter müssen auswendig gelernt werden, und der Lehrer hat danach zu streben, dass die Schüler möglichst viele davon sich schon in der Schule einprägen, was durch mehr- faches Lesen und sofortiges Abfragen ermöglicht wird.

Tertia. In der Tertia, deren Hauptpensum die unregelmässigen Verba bilden, wird die Aneignung des Stoffes nur teilweise nach der für IV angegebenen Methode möglich sein.— Um die Unregelmässigkeit eines Verbums darzuthun, vergleicht man mit ihm ein regelmässiges Verb derselben Konjugation. Sind die einzelnen Formen erläutert, so müssen sie dem Gedächt- nisse so fest eingeprägt werden, dass der Schüler sie immer gegenwärtig hat. Das geschieht am besten, indem man von jedem Verbum in bestimmter Reihenfolge alle diejenigen Formen auswendig lernen lässt, an denen bei den verschiedenen Verben die Unregelmässigkeiten vor- kommen können, ohne Rücksicht darauf, ob jedesmal alle diese Formen unregelmässig sind oder nicht. Diese Formen sind: Infinitiv, Partic. prés., Part. passé, 1. Person Sing. des Praes. Indic., des Passé défini, des Conjunctiv Praes., des Conj. Imperf., des Futurums. Also Z. B.: aller, allant, allé, je vais, j'allai, que j'aille, que j'allasse, j'irai.

Mit Hülfe dieser Zeiten kann, wenn sie dem Gedächtnisse fest eingeprägt sind, der Schüler augenblicklich jede der noch übrigen in regelmässiger Weise ableiten. Selbstver- ständlich wird auch hier die mündliche Ubung an den Beispielen in der Grammatik und die schriftliche in Gestalt von häuslichen und Klassen-Arbeiten nebenhergehen müssen.— Insoweit schon in IV unregelmässige Verba gelernt werden, wird man in dieser Klasse dasselbe Ver- fahren beobachten.

Im Anschlusse an das grammatische Pensum der III müssen Repetitionen des Pensums von IV stattfinden, wobei besonderes Gewicht auf die Lehre vom Pronomen und vom Participe passé zu legen ist.

Secunda. Das Pensum der II umfasst die Vervollständigung der Formenlehre des Sub-