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B. Chronik und Slatiſtik der Denſtalt. I. Die Schul e.
Das Schuljahr begann am 17. April 1871 und endet am 23. März 1872.
Den Nachmittag des 27. Mai(Sonnabend vor Pfingſten) benutzten mehrere Lehrer zu einem Ausfluge mit den Schülern der oberen Klaſſen nach Wanfried und in die benachbarten Berge und am 17. Juni feierte die Schule das jährliche Turnfeſt mit Geſang, Declamation und Turnübungen. Da mit dieſem Feſte zugleich den ſiegreich heimgekehrten Helden der Stadt Eſchwege eine Huldigung dargebracht und der Freude über den wiedergekehrten glorreichen Frieden Ausdruck gegeben werden ſollte, ſo wurde daſſelbe diesmal nicht auf dem Turnplatze, ſondern auf dem Leichberge gefeiert.— Vom 26. Juni bis 24. Juli währten die Brunnenferien und vom 25. September bis 9. October die Herbſtferien. Am 14. Auguſt unternahmen die Lehrer mit den älteren und kräftigeren Schülern eine Turnfahrt nach Allendorf und Soden, wo die Saline beſichtigt wurde, während die jüngeren Knaben unter der Aufſicht und Leitung ihrer Lehrer einen Ausflug in die Nachbarſchaft machten. Der wichtigen Tage des ereigniß⸗ reichen Jahres 1870 wurde zwar immer gedacht, aber beſonders gefeiert wurde nur der 2. September und zwar des Mittags um 12 Uhr durch eine gemeinſame Andacht auf der ſog. Karlskirche, einem mit Bäumen bepflanzten Platze neben dem Schulhauſe, und des Abends durch Abbrennen eines Freudenfeuers auf der„blauen Kuppe“, einem Baſaltkegel und herrlichen Ausſichtspunkte in der Gemarkung Eſchwege's, von dem die hohen Flammen weithin in's Land leuchteten und der Umgegend verkündeten, daß auch die jungen Herzen dieſer Anſtalt in der Liebe zum Vaterlande erglühten und die Wichtigkeit dieſer Zeit und ſpeciell dieſes Tages wohl zu faſſen vermöchten. Die Nachricht, daß der verehrte College und geliebte Lehrer, Herr Dr. Döhle, ſchon Inhaber des eiſernen Kreuzes, ſoeben auch in Anerkennung ſeiner vor dem Feinde in Frankreich bewieſenen Tapferkeit den„Sächſiſch⸗Erneſtiniſchen Hausorden“ erhalten habe, erhöhte noch die Freude des Tages bei Lehrern und Schülern. Nachdem endlich die durch den unten zu erwähnenden Lehrerwechſel verurſachte Störung überwunden war, konnte ſich die Schule wieder in der ſo nothwendigen Ruhe und mit deſto größecer Energie ihrer Aufgabe zuwenden, was ſie denn auch mit Erfolg that. Im Winter⸗Semeſter wurde nur während der Feſtzeit vom 20. December 1871 bis zum 3. Januar 1872 der Unterricht ausgeſetzt.
Am 31. Mai 1871 verlor die Schule ihren Diener, Chriſtoph Schäfer, durch den Tod. Derſelbe war erſt 50 Jahre alt und hatte der Schule nur 5 Jahre gedient, ſich aber durch treue und gewiſſenhafte Erfüllung ſeiner Obliegenheiten die Anerkennung ſeiner Vorgeſetzten erworben; Lehrer und Schüler gaben derſelben durch zahlreiche Betheiligung an ſeinem Leichenbegängniß Ausdruck.
II. Die Lehrer.
Das Schuljahr 1871/72 iſt durch einen ganz ungewöhnlich ſtarken Lehrerwechſel ein ſo wichtiges und folgenreiches für die Anſtalt geworden, wie ſie noch keins erlebt hat und wie ſelten eine Schule ein ſolches ohne Erſchütterung bis in die Grundfeſten zu beſtehen vermag. War ſchon in den 3 vorher⸗ gehenden Jahren der Lehrerwechſel bedenklich groß, ſo erreichte er in dieſem 4. Jahre wohl die Grenze des Ungefährlichen, denn es traten nicht weniger als 8 Männer aus dem Lehrkörper und wurden zum
größeren Theil durch andere erſetzt, ſo daß von Oſtern 1868 bis Oſtern 1872 nicht weniger als 23 Lehrer 8


