Aufsatz 
Die Schulreform Philipps des Großmütigen von Hessen
Entstehung
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liches Wirken für das Gedeihen der Schule, deren Curatorium der Gefeierte als ſtellvertretender Vor⸗ ſitzender angehört, und überreichte demſelben eine Votivtafel*). Die Sommerferien begannen nach der Cenſurvertheilung am 27. Juni und dauerten bis 25. Juli. Am 1. September wurde das jähr⸗ liche Schauturnen abgehalten, zugleich als Vorfeier der am folgenden Tage begangenen Feier des glor⸗ reichen Siegestages von Sedan. Die Turnübungen der einzelnen Abtheilungen wechſelten mit dem Ge⸗ ſange paſſender Lieder und der Deklamation patriotiſcher Gedichte ab. Die Feſtrede, welche der Direktor hielt, gab zunächſt eine Ueberſicht der wichtigſten Momente im Verlaufe des deutſch⸗franzöſiſchen Krieges und wies dann auf die Ziele hin, welche die Jugend im Hinblick auf die großen Thaten, welche Gott durch unſer Volk gethan hat, in ihrer körperlichen, geiſtigen und ſittlichen Entwickelung verfolgen und erreichen müſſe. In das Hoch auf unſern hochgeliebten Heldenkaiſer ſtimmte die zahlreiche Feſtverſamm⸗ lung jubelnd und begeiſtert ein. Am 2. September ſelbſt wurden die Schüler zum Feſtgottesdienſt ge⸗ führt und eröffneten dann den faſt unabſehbaren Feſtzug, welcher ſich am Nachmittag durch die Haupt⸗ ſtraßen der Stadt nach dem alten Todtenhofe bewegte, wo die feierliche Einweihung des Denkmals er⸗ folgte, welches die Stadt ihren in dem heiligen Kampfe gefallenen Söhnen errichtet hat. Vier Primaner enthüllten das eherne Standbild der Germania; ihnen und uns Allen wird das ſchöne Feſt unvergeß⸗ lich bleiben.

Das Sommerſemeſter wurde am 19. September mit der Cenſurvertheilung geſchloſſen, und der Wintercurſus am 5. Oktober mit der Einführung des neuen Zeichenlehrers, Herrn Meißner, übrigens in derſelben Weiſe wie das Sommerhalbjahr eröffnet. Die Weihnachtsferien begannen nach der Cen⸗ ſurvertheilung am 19. Dezember und währten bis zum 2. Januar.

II. Die Lehrer.

Michaelis ſchied der Zeichenlehrer Herr Lindow aus dem Collegium, um einem Rufe an die höhere Bürgerſchule in Hersfeld zu folgen. Unſere Schule iſt ihm, obgleich er nur zwei Jahre an der⸗ ſelben thätig geweſen iſt, zu bleibendem Danke für die weſentliche Förderung des Zeichenunterrichtes ver⸗ pflichtet, welche ſeinem treuen Eifer gelungen iſt. An ſeine Stelle trat Herr Zeichenlehrer C. Meißner, welcher bis dahin in gleicher Eigenſchaft an der Realſchule in Malchin gewirkt hatte. Der Geſund⸗ heitszuſtand der Lehrer war in dem verfloſſenen Schuljahre weniger günſtig, als in dem vorhergehen⸗ den. Mehrere Lehrer mußten wegen Krankheit längere oder kürzere Zeit ihre Thätigkeit unterbrechen. Herr Claus mußte zu Anfang des Schuljahres vertreten werden, wo er ſeiner Dienſtpflicht in dem Heere genügte.

*) Q. B F. F. F. Q. S Viro doctissimo, amplissimo et maxime venerabili Nicolao Christiano Gonner- mann, ecclesiae Eschenewegensis palaeopolitanae pastori primario, divinae voluntatis ministro fidelissimo, religiosis- simo, dioeceseos Eschenewegensis metropolitano vigilantissimo, clementissimo, cui cura est scholae realis et pro- gymnasialis collegii socio atque praesidis vicario, ordinis aquilae rubrae equiti, viro rectissimo integerrimo diem auspicatissimum, quo ante hos quinquaginta annos ite ad pueros docendos et educandos vocatus munera suscepit scholastica nec non ecclesiastica, lubentissimis animis congratulantur, memoriam curae scholae nostrae sapientissime humanissime impensae testiſicantes sempiternam, salutem et incolumitatem successusque rerum et votorum prosper- rimos pia grataque mente precantes, scholae realis et progymnasialis Eschenewegensis magistri. Dr. Kiessler, Dir. Eichler Dr. Mösta. Eichenberg. Wessel. Dr. Pontani. Feitel. Ewald. Dr. Anschütz. Tassius. Lindow. Kranz. Claus. Eschenewegae ante diem quintum decimum Calendas Julias MDCCCLXXIV.

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