ſchienen, ward das Grab der Republik 15). Durch die Art aber, wie dieſe unter⸗ ging, ward auf lange Zeit das Schickſal des Reiches und der unterjochten Völker beſtimmt; das Geheimniß war entdeckt, zugleich Rom und die Welt zu be⸗ herrſchen.
Eine andre nicht minder wichtige Folge dieſer Eroberung war die politiſche Beziehung, worin das Reich numittelbar mit Germanien gerieth. Die Grenzen waren bis zum Rheine vorgerückt, aber größere Sicherheit war dadurch nicht ge— wonnen; Gallien war niedergeworfen, aber an ſeine Stelle trat ein großes Land, deſſen Ausdehnung man nicht einmal kannte, voll tapferer, freiheitsliebender, an Leib und Seele unverdorbener Völker 14). Mit Schmerz mochten dieſe ſchon da⸗ mals die Unterjochung ihrer jenſeitigen Brüder wahrnehmen, noch mehr aber mußte Cäſars zweimaliger Rheinübergang das Gefühl der Sicherheit in ihnen ſchwächen. Den raubgierigen Blicken der Römer war auch ihr Land geösffnet, durch Cäſars Beiſpiel und Vorgang war die Richtung der Römiſchen Politik gegen Germanien auch für die folgende Zeit beſtimmt worden. Die Waffen Roms wurden noch ferner über den Rhein getragen, und die Künſte der Umſtrickung auch gegen die Deutſchen verſucht. Da ſahen ſich dieſe genöthigt, de en hei aus ihrer politiſchen Abgeſchiedenheit und einzugreiſen in die Händel der We anfangs zur Vertheidigung ihrer Freiheit und ihres nationalen Lebens, nachmals
um Rache zu nehmen für eignes Drangſal und für die Entwürdigung der Völker.
13) Cicero a. a. O. Alpibus Italiam munierat ante natura, non sine aliquo divino nu-
mine; nam si ille aditus Gallorum immanitati multitudinique patuisset, nunquam haec urbs summo imperio domicilium ac sedem pracbuisset.
14) Dem freudigen Ausruf des Redners: Quae(Alpes) iam licet considant! nihil est enim ultra illam altitudinem montium usque ad Oceanum, quod sit Italiae pertimescendum
ſteht fuͤglich zur Seite, was Sueton. in Octav. 23. meldet: Vovit(Augustus) et magnos
ludos Jovi Maximo: Si respublica in meliorem statum vertisset.
3


