Aufsatz 
Ein Beitrag zu einer Biographie Max von Schenkendorfs / von Drescher
Entstehung
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und Schwert und Lorbeerkranz Schenkendorfs Namen, sein Geburts- und Todesjahr und weiter unten aus seines Freundes Arndt Gedicht auf seinen Tod die etwas veränderten Worte zu lesen sind: Er hat vom Rhein, b Dass Ehre auferstand, Er hat vom deutschen Land Wo es erklungen, Arndt: er gesungen, Arndt: geklungen Mächtig gesungen, „den Grundgedanken unseres Sängers laut verkünden und lebendig erhalten, den Gedanken an des Vaterlandes Auferstehung zu Kraft und Ehre und zu jedem gottgefälligen Werke; möge dieses Denkmal lange bezeugen, dass von Koblenz bis Tilsit, von dem Memelfluss bis weit über den Rhein ein einiges Brudervolk wohnt. Uns aber mahne dieses Denkmal, dass wir den Grundgedanken des Sängers verwirklichen zu helfen berufen sind, dass wir es als unsere heilige Pflicht erkennen, die Heiligtümer unseres Volkes, seinen Glauben, seine Zucht und seine Sitte nach innen und aussen zu schirmen“. ¹) Und so haben denn wir, denen trotz mancher bitterer Enttäuschungen und zerknickter Blüten vaterländischer Hoffnungen des Dichters Sehnen zur Wirklichkeit geworden ist, die wir im Früh- lingswehen des Jahres 1871 den Schenkendorfschen„Frühlingsgruss an das Vaterland“:

Vaterland, in tausend Jahren Was die hohen Väter waren, Kam dir solch ein Frühling kaum, Heisset nimmermehr ein Traum—

noch in ganz anderem Sinne durch die deutschen Lande erklingen hörten als 1814, die wir uns jetzt mächtig erhoben fühlen durch die Wiedererstehung von Kaiser und Reich, und die wir in der grossen und herrlichen Zeit leben, welche der Dichter, sehnsuchtsvoll über den Zeitraum hinüber- spähend, wie das ferngedämpfte Morgenleuchten eines Wolkensaums erblickt, allen Grund dankbar des Mannes zu gedenken, dem der national entfesselte Rhein, nunmehr in vollem Sinne Deutsch- lands Strom, nicht Grenze, in rollenden Wogen ewigen Grabgesang rauscht:

Max von Schenkendorf.

Litterarische Beilagen.

Im Anhang werden 3 Originalbriefe Schenkendorfs mitgeteilt. Auf den ersten derselben machte mich mein früherer Kollege Professor Hennes aufmerksam, während ich die Kenntnis der beiden andern der Güte des vormaligen Provinzialschulrats Landfermann in Koblenz verdanke. An. diese Briefe schliesst sich das Urteil zweier Augenzeugen über den Dichter an.

1

Max von Schenkendorf an Frau v. Wolzogen.“) Karlsruhe, 1. März 1815.

Ein Pilgersmann, der vor beinahe drei Jahren bei Ihnen einsprach und noch immer sich des huldvollen Empfanges rühmt, der ihm zu Theil wurde, will versuchen, ob er sich durch das bei- gefügte Büchlein, ³) welches er ehrerbietig und schüchtern überreicht, in Ihr Gedächtniss zurück- rufen mag, gnädige treffliche Frau!

1) Aus Landfermanns Weiherede, mitgeteilt in der Koblenzer Zeitung Nr. 295, 14. Dezember 1861.

2) Dieser Brief findet sich in dem literarischen Nachlass der Frau Karoline von Wolzogen, Leipzig 1849, Band II, pag. 370.

3) Die Sammlung seiner„Gedichte, Stuttg. 1815“, der vaterländischen, frommen, sehnsuchtsvollen Lieder. Vgl. damit Schenkendorfs Urteil über seine Gedichte, Ausgabe von Hagen, pag. 286.