Aufsatz 
Ein Beitrag zu einer Biographie Max von Schenkendorfs / von Drescher
Entstehung
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In der oben erwähnten„Antwort“ heisst es in der Schlussstrophe:

Ich weiss, an wen ich glaube, Von einem deutschen Throne,

Ich kenn' ein holdes Bild; Von einem Eichenbaum,

Dem Teufel nicht zum Raube Der schirmend flicht die Krone— Wird, was mein Herz erfüllt: Das ist kein Dichtertraum. ³)

Da wirft er die Frage auf: Wie wird's euch sein, ihr deutschen Lande, Wenn dann das Heer, in Karls Gewande, Den Kaiser wieder krönt? ²) und verspricht seiner Gemahlin in der Schlussstrophe des Gedichts„Zum Geburtstage meiner Herrin“, mit ihr in die Mainstadt zu wandern, um daselbst der Kaiserkrönung beizuwohnen: Dann wandern wir Land aus, Land ein Und sehen in der Stadt am Main Dem Guten nach, dem Schönen, Den deutschen Kaiser krönen! ³)

Am 28. Januar 1814, dem tausendjährigen Todestag Karls des Grossen, ruft er diesem zu:

Geliebtes Haupt, erwache! Steh' auf in Herrlichkeit, Ersteh' von langer Ruh,. Nimm Schwert und Scepter wieder, Vollziehe du die Rache! Dann kommt die bessre Zeit

Vom Himmel zu uns nieder.*)

Im„erneuten Schwur“, einem Gedicht, welches er im Juni 1814 an Friedrich Ludwig Jahn richtete, spricht sich sein unerschütterlicher Glaube an die Wiedererstehung des Kaisertums in folgenden Worten aus:

Doch wie sich auch gestalten Wenn alle Brüder schweigen Im Leben mag die Zeit, Und falschen Götzen trau'n, Du sollst mir nicht veralten, Ich will mein Wort nicht brechen 0 Traum der Herrlichkeit. Und Buben werden gleich, Ihr Sterne seid mir Zeugen, Will predigen und sprechen Die ruhig niederschau'n: Von Kaiser und von Reich. ⁵) Im„Gebet“ heisst es in der drittletzten Strophe: O sei dann endlich weiser, Lass Fürst und Bürger schwören Du Heerde ohne Hirt, Dem Herrscher stark und mild, Und wähle schnell den Kaiser Dann wird er sein in Ehren Und zwing' ihn, dass er's wird. Des Reiches Haupt und Schild. ⁵)

Die deutsche Einheit und Freiheit schien ihm nur durch ein allumfassendes, alle Stammes- unterschiede ausgleichendes Kaisertum gewährleistet; denn ohne Kaiser ist keine Einheit im Reich denkbar, ohne Einheit keine Stärke, ohne Stärke keine Achtung im Ausland, ohne diese kein Frieden. Deutschland soll sein:

Ein Haus der Freiheit und des Ruhms, Das nach dem rechten Ziele strebt, Der Weisheit, Schönheit, Stärke, Ein Haus, in dem der Glaube lebt, Ein' Burg des alten Rittertums, Die Liebe, Zucht und Ehre. Ein Rüsthaus jedem Werke, 1) pag. 84. 2) am Schluss der 7. Str. des Gedichts„Die Preussen an der kaiserlichen Grenze“ pag. 88. 3) pag. 107.

4) in der 4. und 5. Str. des Gedichts„Am 28. Januar 1814“ pag. 125. 5) 3. und 4. Str. pag. 150, 151. 6) pag. 177.