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Gewöhnlich wird diese Arbeit berechnet auf Grund der Aquivalenz des Stromes D mit einem einfach magnetischen Blatte von der Berandung P' und der Potenz i.
Es ist aber von vornherein klar, daß das Gesetz von Biot und Savart allein vollkommen ausreichen muß, um auf mathe- matischem Wege die Konstanz von I festzustellen und gleich- zeitig den speziellen Wert der Konstanten zu ermitteln.
Mit der Durchführung dieses Gedankens beschäftigt sich die vorliegende Arbeit.
Um jedoch über den Umfang der experimentellen Grund- lagen, auf die sich die Herleitung der Formel
I= 4 i stützen soll, keinen Zweifel zu lassen, möge eine einwandsfreie Herleitung des Biot-Savartschen Elementargesetzes vorausgeschickt werden, die in vielen Lehrbüchern der Elektrizität leider fehlt.
Dabei soll die einfache Annahme als Ausgangspunkt dienen, daß die magnetischen Wirkungen eines linearen Stromes sich aus den Wirkungen der einzelnen Stromelemente zusammen- setzen; eine Annahme, die durchaus gerechtfertigt erscheint, wenn man bedenkt, daß auch die magnetischen Wirkungen eines Magneten sich aus den Wirkungen seiner kleinsten Teile zu- sammensetzen.
Der Versuch von Biot und Savart, auf dem ihr bekanntes Gesetz beruht, ist folgender.
Wird ein aus den beiden unendlich langen geradlinigen Teilen 40 und 0 B bestehender Draht 40 B von einem Strome durchflossen und befindet sich in der Entfernung a= O M im Punkte M auf der Verlängerung der Winkelhalbierenden CO des Winkels 40 B= 4 ein Magnetpol, dann zeigt die Be- obachtung, daß die Kraft, mit welcher der Strom auf den Magnet- pol wirkt, proportional dem Tangens des Winkels und um- gekehrt proportional der Entfernung a ist.
Aus diesem Experiment läßt sich die Formel von Biot und Savart auf folgende einfache Weise ableiten.
Ist ids ein Stromelement, welches vom Punkte O um die Strecke OP=s entfernt ist, so hat die Kraft, mit welcher dieses Stromelement auf den Magnetpol M wirkt, jedenfalls einen Wert von der Form Cf(r, ꝓ) ids, wobei r die Entfernung


