Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 2. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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wurden wohl in einigen Jahren nicht gegeben, dafür aber andere Ferien um deren Dauer verlängert. So bildete ſich die Praxis, eilf Wochen Ferien auf jedes Schuljahr zu erteilen.

Im Jahre 1851 wurde infolge eines Konferenzbeſchluſſes der Schluß des Schuljahres auf Oſtern verlegt. Schlußfeier war am 25. April, das neue Schuljahr(1854/52) begann den 19. Mai. Doch kehrte man nach wenigen Jahren wieder zur alten Ordnung zurück. Das Schulprogramm von 1858, das erſte, das ſeit 1853, wo man am 23. April Schlußfeier gehalten und am 19. Mai das neue Schuljahr begonnen hatte, erſchienen iſt, ſetzt die Schlußfeier wieder auf den 29. September und den Anfang des neuen Schuljahres wieder auf den 3. November. Unter Direktor Schöller ſchloß man nach dem damals am Mainzer Gymnaſium üblichen Brauch ſchon zwiſchen dem 11. und 14. Auguſt und begann das neue Schuljahr am 2. oder 3. Oktober.(18621865 incl.) Doch ſchon 1866, im Todesjahre Schöllers, näherte man ſich wieder der alten Ordnung und hielt Schlußfeier am 22. September, das neue Schuljahr begann am 29. Oktober. Nachdem man dann in den 1870er Jahren je nach Umſtänden ſich durch früheren Schluß von dem ehemals ziemlich feſtſtehenden Terminus des Michaelistages weiter entfernt, 1877 am 1. September und 1879 am 2. September die Sedan⸗ feier mit der Schlußfeier vereinigt hatte, wurde durch eine neue Ferienordnung d. d. 31. März 1881 von der Behörde der 15. Auguſt als der Tag bezeichnet, um welchen das Schuljahr reſp. Sommer⸗ ſemeſter zu ſchließen ſei. Die hierauf folgenden Ferien dauern fünf Wochen, haben mit dem dem 15. Auguſt zunächſt liegenden Sonntag zu beginnen und mit dem dem 22. September zunächſt liegenden Montag zu enden. Außer dieſen beſtehen Oſterferien, und zwar 2 Wochen vor dem Feſt und 1 Woche nach demſelben; Pfingſtferien, 1 Woche vom Pfingſtſonntag an; Weihnachtsferien, 2 Wochen, und zwar wenn der 25. Dezember nicht nach Donnerstag fällt, von dem dem Feſte vorhergehenden Sonntag an; anderenfalls beginnen die Ferien mit dem Donnerstag vor dem Feſte.

Der ſeither üblich zu Herbſt eintretende Schluß des Schuljahres wurde nun 1884 durch Ver⸗ fügung Großh. Miniſteriums vom 22. November auf Oſtern verlegt, und demgemäß der Unterricht des damals laufenden Winterſemeſters durch üblichen Aktus, aber ohne Preisverteilung, am 20. März 1885 geſchloſſen. Das neue Schuljahr wurde am 13. April eröffnet.

So lange der Gymnaſialkurſus nur 8jährig war, mußten die in die unterſte Klaſſe eintretenden Schüler das 10. Lebensjahr überſchritten haben; als man aber den jetzt beſtehenden 9jährigen Gym⸗ naſialkurſus am Schluß des Schuljahres 1873/74 anzubahnen begann, wurde die jetzt noch geltende Beſtimmung getroffen, daß Knaben ſchon nach zurückgelegtem 9. Lebensjahre in die unterſte Gymnaſial⸗ klaſſe aufgenommen werden, und die Anforderung an ihre Vorkenntniſſe wurde hinfort entſprechend reduziert.

IV. Chronik.

1832 Regierungsblatt, S. 477, Allerhöchſtes Edikt vom 6. Juni, betreffend: Einführung des Oberſtudienrats...

Art. 1. Die in den Provinzen des Großherzogtums beſtehenden Pädagog⸗Kommiſſionen ſind aufgehoben.

Art. 3. Der Oberſtudienrat beſteht aus einem Direktor, aus den Direktoren der drei Haupt⸗ gymnaſien, welche die Titel Oberſtudienräte führen, und außerdem aus zwei in Darmſtadt wohnenden Mitgliedern und dem erforderlichen Subalternperſonal.