Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 1. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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Viſitationsbericht von 1781 berechnete ſich bereits 1770 der auf dieſe Weiſe gebildete Kapitalſtock auf 4887 fl. Die Geſamteinnahmen des Fonds betrugen 3980 fl. 14 Kr., die Ausgaben 2445 fl. 49 Kr. Im Jahre 1779 war der Kapitalſtock angewachſen auf 8809 fl. Die Einnahmen des Fonds betrugen 3845 fl. 48 Kr., die Ausgaben 2190 fl. 49 Kr. Es ergab ſich demnach ein Überſchuß von 1654 fl. 59 Kr., welcher mit dem bereits vorhandenen Kapital vereinigt für 1780 die Kapitalſumme von 10,463 fl. 59 Kr. ergibt. An liegenden Gütern beſaß damals der Fonds 1) zu Bensheim 31 ¾ Morgen Acker und Wieſen, 2) zu Bürſtadt 94 Morgen Acker und 28 Morgen Wieſen, 3) zu Auerbach 31 ½ Morgen Acker und 8 ¾ Morgen Wieſen; an Erbbeſtandsgütern 1) zu Heppenheim 8 Morgen 18 Klafter Acker, 2) zu Fehlheim 27 ½ Morgen, 3) zu Biblis 34 Morgen 1 Viertel 1 Klafter, 4) zu Pfungſtadt 80 Morgen, welche jedoch von dem Beſitzer als Zinsgut in Anſpruch genommen werden.

1794. Pfarrer Schäfer berichtet, daß die Erträgniſſe der zwei Benefizien, auf welche die zwei magistri angeſtellt ſeien, während der letzten 10 Jahre ſich jährlich auf 1800 fl. beliefen; die jährlichen Ausgaben betrügen 1300 fl.; es ſei alſo per Jahr ein Überſchuß von 500 fl. zu verrechnen.

1799, den 22. Dezember, wird der Bensheimer Bürger Johann Schlinck, der ſeit dem Tode Morell's(1797) die Rechnung verſehen hatte, als Rechner des Benefiziatfonds vom erzbiſchöflichen General⸗ vikariat zu Aſchaffenburg verpflichtet und inſtruiert.

Zweite Periode von 18041831.

Das Erzbistum und Kurfürſtentum Mainz war in den Stürmen der franzöſiſchen Revolution untergegangen. Schon am 4. Oktober 1792 war Kurfürſt Friedrich Karl vor den heranrückenden Franzoſen, die unter Cuſtine am 29. September von Landau aufgebrochen waren und am 30. September Speier genommen hatten, über Elfeld nach Würzburg geflüchtet. Am 21. und 22. Oktober rückten dann die Franzoſen in Mainz ein, das der unentſchloſſene und ſchwache Feſtungskommandant von Gymnich auf die erſte Auf⸗ forderung hin übergeben hatte. Der Kurfürſt kehrte zwar ſchon den 9. September des folgenden Jahres zurück, nachdem die verbündeten Deutſchen unter Anführung des preußiſchen Generals Kalkreuth nach jenem verheerenden, denkwürdigen Bombardement Mainz zurückerobert hatten; aber ſein Land blieb von den franzöſiſchen Heeren bedroht und beſtürmt und mit ſeiner Regierung ſollte auch der Kurſtaat und das Erzbistum Mainz bald ſein Ende nehmen..

Als 1794 nach dem Verluſt der Schlacht von Fleurus und dem allgemeinen Rückzug der Verbündeten die Franzoſen wieder vor Mainz gerückt waren, blieb die Stadt von November 1794 bis zu ihrem Fall am 30. Dezember 1797 von den Franzoſen bedroht, anfangs zwar unter Kleber und ſeit Januar 1795 unter General Schaal nur auf der linken Rheinſeite belagert; da aber im September 1795 die Franzoſen bei Düſſeldorf über den Rhein gedrungen waren und die Oſterreicher über die Lahn und bis hinter den Main zurückgedrängt hatten, ſchloſſen ſie Mainz nun auch auf dem rechten Rheinufer ein. Dem genialen und heldenmütigen öſterreichiſchen Feldmarſchall Clerfayt gelang zwar am 29. Oktober 1795 eine Entſetzung, dieſelbe konnte aber nicht von dauerndem Erfolge ſein. Wenn auch die Oſterreicher unter dem Feldmarſchall⸗ lieutenant Grafen Mercandin mit ihrem verſchanzten Lager bei Hechtsheim die Einſchließung von Mainz noch eine Zeit verhinderten, ſo beobachteten es doch die Franzoſen unter Marceau von weitem und lauerten auf ihre ſichere Beute. Als nun nach Moreaus Rheinübergang und Jourdans Vorrücken gegen den Main Mercandin mit ſeinen Leuten zur Verſtärkung der Oſterreicher an das linke Mainufer ziehen mußte, ward Mainz faſt gleichzeitig auf beiden Ufern eingeſchloſſen, 14. Juli 1796. Die Blokade dauerte bis zum 6. September, wo ſie infolge des Sieges des Erzherzogs Karl über Jourdan bei Würzburg(3. September) auf dem rechten Rheinufer aufgehoben wurde; auf dem linken dauerte die Einſchließung fort, wenn ſich die