Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 1. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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die erzbiſchöfliche Behörde zu verdanken hatte. Er trat den 17. September 1803 die Pfarrei an und ſtarb den 4. December 1822.

II. Frequenz der Schule.

Daß die lateiniſche Schule zu Bensheim anfangs nur ſchwachen Beſuch hatte, haben wir oben aus dem Berichte des Pfarrers Kalter erſehen, der nach 20 jähriger Erfahrung ſeiner Behörde vorſtellte, daß oft gar keine Lateinſchüler da ſeien. Genauere Berichte über Schülerzahl liegen vor aus dem Jahre 1744, wo am Anfange des Schuljahres infima 5, secunda 7, syntaxis keinen und poetica 3 Schüler hatte. Im Jahre 17481749 hatte die infima 6, die secunda 5, die syntaxis 8 Schüler, die poetica keinen. Im Berichte über die Viſitation der lateiniſchen Schule zu Bensheim, welche 1781 der geiſtliche Rat Bögner abhielt, werden die Schüler(nach ihren Klaſſenzimmern) in zwei Klaſſen geteilt. Die erſte (höhere) Klaſſe enthielt 9 Schüler, die zweite(untere) 8. Bensheim zählte damals 2500 Seelen.

III. Anterricht und Schulordnung.

Aus den Namen der vier Klaſſen der lateiniſchen Schule läßt ſich ziemlich das Jahrespenſum einer jeden Klaſſe für den lateiniſchen Unterricht entnehmen. Die Knaben wurden zu demſelben gemäß Art. 17 der Anſelmiſchen Verordnung durch einen Elementarlehrer vorbereitet und in den Anfangsgründen der lateiniſchen Sprache unterrichtet. Da dieſem Elementarlehrer zugleich das Amt eines rector chori Art. 21 der Anſelmiſchen Verordnung übertragen war, ſo hieß er auch als Lehrer des Progymnaſiums fchlechtweg Rektor. Solcher Rektoren werden in den Akten für unſern Zeitraum fünf erwähnt, nämlich Rektor Happel um das Jahr 1735, der nachher Keller bei dem Freiherrn von Dahlberg wurde, Rektor Joſeph Böger, geſtorben den 3. Juni 1786, und die zwei früheren Gatten ſeiner Witwe, deren einer Joſeph Benninger hieß und um das Jahr 1756 Rektor war. Dieſe vier Lehrer haben über 50 Jahre der Vorzeit vor 1786 das Rektorenamt bekleidet. Der letzte Rektor, dieſer Periode ſowohl als überhaupt, war Joſeph Hallbauer, der den 17. Juli 1786 einſtimmig vom Gemeinderat und vom Pfarrer und mit Gutheißung des kurfürſtlichen Amtsvogtes dem erzb. G.⸗V. präſentiert wurde und deſſen Wirkſamkeit noch bis zum Jahre 1822 in die folgende Periode hinübergeht. Wie lange dieſer Vorbereitungsunterricht bei dem Rektor dauerte und welches Ziel er zu erreichen hatte, iſt aus den Akten nicht zu erſehen. Doch iſt anzunehmen, daß die für das Bensheimer Gymnaſium 1804 erlaſſene landgräfliche Heſſiſche Schulordnung, welche denſelben(§. 16) auf ein Jahr beſtimmt, ſich an das Herkommen angeſchloſſen hat. Dieſe Schul⸗ ordnung verlangt in ihren§§. 4 und 5 zur Verſetzung aus der Rektorſchule in die unterſte Gymnaſial⸗ klaſſe ſo ziemlich dieſelben Vorkenntniſſe im Deutſchen und Lateiniſchen, welche gegenwärtig für die Quinta vorausgeſetzt werden. Auch die 1809 erlaſſenen Zuſätze zur erwähnten Schulordnung werden das Her⸗ kömmliche möglichſt berückſichtigt haben, indem ſie in§. 1 feſtſetzen:Jene aber, ſo aus der Rektorſchule in das Gymnaſium übergehen, müſſen die Haupt⸗ und Zeitwörter, ſowohl regelmäßige als unregelmäßige, in der deutſchen und lateiniſchen Sprache mit Fertigkeit abändern, die verſchiedenen Redeteile kennen, die Vergleichungsſtufen zu bilden wiſſen, die erſten Regeln von der Verſchiedenheit der Geſchlechter inne haben, die syntaxis convenientiae verſtehen, ihre Mutterſprache orthographiſch ſchreiben, in gebrochenen Zahlen rechnen und die bibliſche Geſchichte wiſſen. Mangeln dieſe Vorkenntniſſe, ſo iſt ohne Rückſicht die Ascen⸗ denz zu verweigern und hierbei mit ſtrenger Gewiſſenhaftigkeit zu verfahren. Das Unterrichtsmaterial der vier Klaſſen der lateiniſchen Schule erfahren wir erſt aus dem Vſiſitationsbericht des geiſtlichen Rats Bögner vom Jahre 1781, welcher ſagt, daß die 9 Schüler der erſten Klaſſe d. h. der in einem Zimmer vereinigten zwei oberen Klaſſen unterrichtet wurden im Glauben, in der deutſchen Sprache, im Griechiſchen, Lateiniſchen, Franzöſiſchen, in der geiſtlichen und weltlichen Geſchichte und in der allgemeinen Geographie; die aus 8 Schülern beſtehende zweite Klaſſe(infima und secunda) in der Religion, in der geiſtlichen und