19— vom Jahre 1778 hatte Krick beide Benefiziaten in der lateiniſchen Schule zu vertreten.“) Auch Schlinck nämlich war von ſchwächlicher Geſundheit. Dieſer hatte ſchon ſeit 1756 ſeinen Unterricht erſt zwei Jahre lang ausſetzen müſſen und dann denſelben nur mit Not erteilen können. Pfarrer Heckmann berichtet 1764, daß Schlinck ſeit 18 Jahren die lateiniſche Schule zu allgemeiner Zufriedenheit verſehe, ſeine Studenten zeichneten ſich auf höheren Schulen aus; er werde aber wegen ſchwächlicher Geſundheit nicht mehr lange Schule halten können. Trotzdem wurde Krick erſt nach dem Ableben des Beneftziaten Schlinck dem erz⸗ biſchöfllichen Vikariat präſentirt 1780 und erhielt als Nachfolger deſſelben das II. beneficium zu definitivem Genuß, nachdem er faſt 20 Jahre als Subſtitut gewirkt hatte. Nach dieſer Beförderung Kricks wurde Philipp Platz Subſtitut für Fuhrer. Beide, Krick und Platz, werden 1783 in einem Berichte des Pfarrers Heckmann als eifrige Prieſter und tüchtige Lehrer gerühmt. Fuhrer ſtarb 1783 zu Marienborn und Matthäus Forcher erhielt deſſen Benefizium. Kaplan Platz, der nun Fuhrers Schule nicht mehr zu ver⸗ ſehen hatte, wirkte jetzt in der Seelſorge und kam auch nicht mehr an die Schule, obwohl er 1785, als Krick um einen Subſtitut für ſeinen Schuldienſt einkam, ſich um Kricks Stellvertretung bewarb. Kaplan Lammert wurde als Bensheimer Kind und wegen guter Zeugniſſe der kurfürſtlichen Schulkommiſſion als Stellvertreter Kricks an die lateiniſche Schule berufen. Krick, der im Alter von 48 Jahren den Unterricht aufgab, wirkte nun ausſchließlich in der Seelſorge, feierte 1786 ſein fünfundzwanzigjähriges Prieſterjubiläum und ſtarb den 1. Juni 1802. Seine Stelle verſah dann Subſtitut Pfeifer, aber nur auf einige Wochen; denn ſchon vor dem 23. Auguſt kam Johann Bapt. Emig aus Bensheim auf das durch Kricks Tod verwaiſte Benefizium. Zur Zeit, da die Benefiziaten Matthäus Forcher und Johann Bapt. Emig an der lateiniſchen Schule den Unterricht erteilten, wurde dieſelbe 1804 zu einem Gymnaſium erweitert.
Aufſicht und Referat über die lateiniſche Schule führten in dieſer Periode ſeit dem Tode des Pfarrers Gerhard Böſen, der am Feſte Peter und Paul 1710 ſtarb, die folgenden Pfarrer von Bensheim qua praefecti scholarum:
Von 1710 bis 1739 Matthias Kalter, gebürtig aus Heppenheim, früher Pfarrer zu Neckarſteinach und dann zu Hemsbach. Er wurde 1710 ſeinem Vorgänger als Koadjutor beigegeben und erhielt nach deſſen alsbaldigem Tod die Pfarrei Bensheim. Im Jahre 1736 feierte er ſein fünfzigfähriges Prieſter⸗ jubiläum, das durch die Gegenwart des Mainzer Weihbiſchofs Chriſtoph Nebel, der die Predigt hielt, verherrlicht wurde. Er ſtarb den 15. Juni 1751 in einem Alter von 89 Jahren und wird gerühmt als ein durch Redlichkeit ausgezeichneter Mann und als freigebig bis zur Armut, ſo daß er bei ſeinem Tod kaum 38 fl. zur Stiftung eines Anniverſariums hinterlaſſen habe. Dieſe Selbſtloſigkeit bethätigte Kalter auch zur Förderung der lateiniſchen Schule. Er ſtellte in einem Schreiben vom 31. März 1731 der Behörde zu Mainz vor, die Einkünfte der Martinspfründe, die jährlich etwa 87 fl. betrügen, ſchienen dem Rate zu Bensheim eine zu hohe Vergütung für die Bemühung des Pfarrers als praefectus scholarum, und zwar mit Recht; denn oft ſeien gar keine Lateinſchüler da und er habe dann für den Gehalt keine Bemühung, bis der Rektor wieder Knaben ad infimam vorbereitet habe. Man möge dem Pfarrer daher von der
4) Benefiziat Johann Schlinck wird zuletzt in einem Bericht des Pfarrers Heckmann von 1778 erwähnt, dabei ſein Alter auf 61 Jahre angegeben. Nach demſelben Bericht befanden ſich damals zu Bensheim drei Weltgeiſtliche, zwei der⸗ ſelben waren wirkliche beneficiati, der dritte, ein substitutus, war Profeſſor der lateiniſchen Schulen.
„Primus beneficiatus Johann Schlinck aus Bensheim hat jährlich 300 fl.(wovon er aber 50 fl. an den sub- stitutum abgibt) aus der Präſenz 75 fl., deſſen Obliegenheit iſt cura animarum sub directione parochi, Unterweiſung der lateiniſchen Jugend und wöchentlich zwei Ferien zu leſen. Secundus beneficiatus Konrad Fuhrer aus Bensheim, 55 Jahre alt, hat jährlich 300 fl., gibt davon ebenmäßig 50 fl. an den substitutum ab, hat ferner für Präſenz 75 fl., deſſen Obliegenheit dieſelbe iſt.
Substitutus beneficiatus Johann Krick aus Bensheim, 40 Jahre alt, hat jährlich ex massa beneficiali 300 fl. nebſt 100 fl. von den beiden beneficiatis für deren Vertretung in der lateiniſchen Schule. Die jährlichen Erträgniſſe der beiden Benefizien werden unter der Bedingung, daß kein Wetterſchaden eintritt, auf 1300 fl. taxiert.
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