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ſeine Ausgabe von Tacitus Germania erſcheinen, welche ſeinen literariſchen Ruf feſt be⸗ gründete und ihm einen bleibenden Namen unter den Philologen ſicherte. Durch die gründlichen und geſchmackvollen Erläuterungen dieſer Schrift hat er faſt bahnbrechend ein Muſter gegeben, wie Werke des Alterthums befruchtend für Geiſt und viſeenſchaftliche Studien behandelt werden können. Haben auch neuere Forſchungen und Entdeckungen manche ſeiner Anſichten verdrängt und überwunden, der Kern, das Weſen und der Geiſt ſeiner Arbeit werden noch lange der Vergeſſenheit trotzen. Wohl war es nicht Zufall, vielmehr die Führung ſeines guten Genins, daß er ſeinen eiſernen Fleiß zunächſt einer Schrift zur philoſophiſchen Begründung der Staatsgeſetze und einem ethnographiſchen Sit⸗ tengemälde vom alten Germanien zuwendete. Und der Neigung und Wahl ſeiner Ju⸗ gend blieb er getreu bis ins Alter. Der Sinn für Geſetzlichkeit durchdrang ihn für ſein ganzes Leben und die Liebe zu Germanien, für ſeine äußere Größe und die innere Bildung, für ſeine Geltung und ſein Glück war fortwährend der Mittelpunkt ſeines Den⸗ kens und Wollens. Daher ſeine fortgeſetzten Studien über vaterländiſche Geſchichte, da— her ſein Eifer für Armin's Denkmal auf dem Teutberg, daher ſein friſches Wort für Schleswig-Holſtein und über den Sundzoll, daher ſeine tiefe Wehmuth, wenn ſich in der deutſchen Geſchichte des ſonſt ſo großen Tacitus ſelbſtſüchtiger Wunſch:„Möge der Haß und die Zwietracht unter den Völkerſchaften bleiben und dauern,“ ſich je zu erfüllen ſchien, daher endlich der Drang, den jungen Geiſt in den Söhnen des Vaterlandes aus⸗ zurüſten mit den Tugenden, die an den alten Germanen gerühmt wurden, mit Treue und Glauben, mit Fleiß und Ausdauer, mit Wahrheit und mit Klarheit.
Ein ehrenvoller Ruf hatte D. im Jahr 1823 von Braunſchweig nach Darmſtadt geführt. Seine Aufgabe war, an der Seite des ehrwürdigen Directors Joh. Georg Zimmermann— deſſen Büſte hier zur Rechten mir den herrlichen Menſchen ſtets leb⸗ haft vor die Seele führt— dem Gymnaſium in Darmſtadt den Geiſt und das wiſſen⸗ ſchaftliche Leben einzuhauchen, den der Fortſchritt der Zeit verlangte. Der Aufſchwung, den das gelehrte Schulweſen in Preußen, hauptſächlich durch Wilh. v. Humboldt und den Miniſter v. Altenſtein gewann, riß nach und nach auch die übrigen deutſchen Gymnaſien aus ihrer bisherigen Bahn. Die altelaſſiſchen Studien ſollten die Grundpfeiler der wiſ⸗ ſenſchaftlichen Gymnaſialbildung werden. Die Alterthumswiſſenſchaft hatte ſich beſonders durch die Verdienſte von Fr. Aug. Wolf und ſeiner Schule zur Selbſtändigkeit und dem Umfang einer eignen Wiſſenſchaft erweitert. Da galt es im Gymnaſium zu Darm⸗ ſtadt ein Bilden und Schaffen und Umgeſtalten und bedurfte es der eminenten An— regungskraft eines Dilthey, der ſein jugendliches Feuer trefflich in Einklang zu ſetzen wußte mit der liebevollen Milde ſeines alterfahrenen Directors. Es war rührend zu ſehen, wie ſich beide Männer in dem gemeinſamen Berufe bei oft widerſtrebenden Anſichten mit Achtung und zarter Rückſicht begegneten, wie einer den andern hob und ergänzte. Sie prägten das Bild echter Humanität an ſich ſelbſt in ihrer Handlungsweiſe aus. Als Zimmermann, der Hochverdiente, in ehrenvollen Ruheſtand trat(1826) und mehrere Lehr⸗ ſtellen erledigt waren, da erfolgte unter Dilthey's Directorat(1826— 57) ein ſtarker Wechſel der Lehrkräfte. Alle euere jetzigen Lehrer, mit Ausnahme der Herrn Baur und Lauteſchläger, ſind durch D. in ihr Amt eingeführt worden; alle ohne Ausnahme hat— ten ihn zum Freund und Rathgeber, die Mehrzahl ſelbſt das Glück, ſeine Schüler zu ſein. Außer ihnen waren der jetzige Profeſſor der alten Literatur und Beredſamkeit an der Univerſität Marburg, Profeſſor Weber, der jetzige Tirector des Gymnaſiums zu Gießen, Dr. Geiſt, der Oberconſiſtorialrath Hofprediger Dr. Palmer, der im Jahr 1853 verſtorbene Gymnaſiallehrer Auguſt Nodnagel längere Zeit ſeine Collegen, ſowie der jetzt rühmlich bekannte Profeſſor der Phyſik in Freiburg, Johannes Müller, die Lehrer Hat⸗ temer in der Schweiz, Dr. W. Uhrig in Alzei, Dr. W. Buchner in Eiſenach, Dr. W. Maurer dahier, Dr. Maximilian Rieger in Baſel u. a. ihr pädagogiſches Tirocinium
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