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gebildetes Ohr für die Auffaſſung der rhythmiſchen Schönheit griechiſcher und römiſcher Dichter, ein ſeltenes Talent für den Vortrag und die Nachbildung derſelben in der Mutterſprache, beſondere Vorliebe für das Studium der vaterländiſchen Geſchichte und die nacheifernde ernſte Beſchäftigung mit Cicero's Reden und Briefen zeichneten bereits den ſtrebſamen Knaben und Jüngling vor ſeinen Altersgenoſſen aus. Nachdem er 1815 die Schule abſolvirt und darauf an dem Feldzug nach Frankreich als Freiwilliger Theil genommen, bezog er die Univerſität Göttingen, wo er ſich der Theologie und Philologie, dann ausſchließlich der letzteren widmete und nach vollendeten Studien 1818 Lehrer am dortigen Gymnaſium und Acceſſiſt an der Univerſitätsbibliothek wurde. Im folgenden Jahre erſchien ſeine erſte gelehrte Arbeit„über Plato's Bücher von den Geſetzen“, welche ihm die akademiſche Preismedaille eintrug.— Als Doctor der Philoſophie und Privat⸗ docent an der Univerſität verblieb er in Göttingen bis zum Jahr 1821, wo er die Stelle eines Oberlehrers am Martineum zu Brauſchweig erhielt. Durch mehrere Arbeiten auf dem Gebiete der germaniſchen Alterthumskunde, beſonders aber durch eine, 1823 zu Braunſchweig erſchienene neue Ausgabe von Tacitus' Germania, mit der er für das Verſtändniß dieſer Schrift eine neue Bahn gebrochen hat, lenkte er die Aufmerkſamkeit der Gelehrten auch in weiteren Kreiſen auf ſich und ſeine Leiſtungen. Noch in demſelben Jahre wurde er als Profeſſor an das Gymnaſium zu Darmſtadt berufen. An der Seite des allverehrten Directors J. G. Zimmermann ſollte er als Lehrer der Ober- und Mittelclaſſen das Seinige beitragen, die Anſtalt auch in ihren wiſſenſchaftlichen Leiſtungen auf eine höhere Stufe zu heben und zeitgemäß umzugeſtalten. Wie weit ihm dies durch ſeine geiſt und geſchmackvolle Erklärung der griechiſchen und römiſchen Autoren, durch ſeine Fertigkeit und Eleganz im mündlichen wie im ſchriftlichen lateiniſchen Ausdruck, durch ſeine beredten, vielſeitig anregenden Vorträge über Encyklopädie, Geſchichte, Kunſt und Literatur gelungen iſt, davon gibt die dankbare Erinnerung ſeiner Schüler ein ehren⸗ volles Zeugniß. Damals verfaßte er auch die gelehrte Abhandlung„über den Bernſtein und den Eridanus“ und war als Mitherausgeber der von Hofprediger Dr. E. Zimmer— mann begründeten Allgemeinen Schulzeitung thätig. Als im Jahr 1826 der bisherige Director nach einem 50jährigen ſegensreichen Wirken im Schulamte, geliebt und hoch⸗ verehrt in den weiten Kreiſen ſeiner Schüler, in den Ruheſtand verſetzt worden war, zeigte ſich der noch nicht dreißigjährige D., welchem das Directorium zuerſt proviſoriſch, dann definitiv übertragen wurde, in dieſem ebenſo ſchwierigen als ehrenvollen Berufe des hohen Vertrauens vollkommen würdig. Eine Reihe von Schulſchriften, welche gediegene Abhandlungen des Directors über die wichtigſten pädagogiſchen und didaktiſchen Fragen enthielten, nebſt den gelehrten Diſſertationen ſeiner Collegen und Proben von Schüler⸗ arbeiten zeugen von einem damaligen Blüthe⸗ und Höheſtand des Gymnaſiums in ſeinen wiſſenſchaftlichen Leiſtungen, der ſelbſt im Auslande als muſterhaft geprieſen und zur Nachahmung empfohlen wurde. Zugleich erhielt D. als Mitglied der Pädagogcommiſſion ſeit 1825 und des Oberſtudienrathes ſeit 1832 vielfache Gelegenheit, auf die Organiſation des höheren Schulweſens im Großherzogthum einen weitergreifenden heilſamen Einfluß zu üben. Die neue Maturitätsordnung, der Studienplan, die Verordnung über die ſchriftlichen Maturitätsarbeiten, die Schulgeſetze aus jener Zeit verrathen, welch hohes Ziel er dabei vor Augen hatte. Bei den mannigfach wechſelnden und verſchiedenartigen Anforderungen, die im Laufe der folgenden Jahrzehnten an die Gymnaſien geſtellt wurden, wußte ſich D. die genaueſte und vielſeitigſte Kenntniß der Schulverfaſſungen und aller dahin einſchlägigen Reformen auf deutſchen Gymnaſien zu verſchaffen; nicht leicht entging ihm eine bedeutendere Erſcheinung auf dieſem Gebiete, und trefflich beleuchtet hat er dieſelben in Schulſchriften und Circularen niedergelegt und das Geeignete in ſeinem Kreiſe zur Ausführung gebracht. Im Jahr 1829 erſchien ſeine Geſchichte des hieſigen Gymnaſiums bei Gelegenheit der 200 jährigen Stiftungsfeier der Anſtalt. Als darauf
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