Aufsatz 
Ueber die Natur der Eigennamen / Karl Dilthey
Entstehung
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Deutſch, Engliſch und Turnen Unterricht ertheilt hatte, folgte er im Herbſt 1845 einer Berufung an das Von⸗Vitzthumſche Geſchlechtsgymnaſium und die damit vereinigte Bloch⸗ mannſche Erziehungsanſtalt in Dresden, und ertheilte daſelbſt Unterricht in Latein, Fran⸗ zöſiſch und Geſchichte. Im Herbſt 1846 ward ihm die Ehre zu Theil, mit dem Unter⸗ richt Ihrer Großherzoglichen Hoheiten der Prinzen Ludwig und Heinrich von Heſſen be⸗ traut zu werden. Nachdem er die Hoheiten in Latein, Deutſch, Engliſch, Geſchichte und Geographie, Mathematik und den Elementen der Naturwiſſenſchaften zum Beſuche der Univerſität vorbereitet hatte, folgte er Oſtern 1856 Höchſtdenſelben nach Göttingen, um Ihnen beim Antritt der Univerſitätsſtudien zur Seite zu ſtehen. Bereits unter dem 15. November 1847 hatten Seine Königliche Hoheit, der Großherzog Ludwig II., die Gnade, ihm den Charakter eines Hofraths zu ertheilen, und Seine Königliche Hoheit, der Großherzog Ludwig III., geruhten ihn unter dem 15. November 1851 zum Lehrer an dem Gymnaſium zu Darmſtadt zu ernennen. Nachdem er an dieſer Anſtalt auf kurze Zeit Lateiniſch in der vierten Klaſſe, und ſpäter Deutſch in der fünften Klaſſe un⸗ terrichtet hatte, iſt ihm nun ſeit Herbſt 1856 der Geſchichtsunterricht in der zweiten, dritten und vierten Klaſſe, und der lateiniſche Unterricht und der Turnunterricht, ſowie das Ordinariat in der ſiebenten Klaſſe übertragen worden.

Durch Verffigung Großh. Oberſtudien-Direction vom 3. November wurde dem cand. theol. et philol. Ph. Wagner aus Darmſtadt der Acceß an unſerm Gym⸗ naſium geſtattet und ſind ihm in Folge deſſen 4 Lehrſtunden im Griechiſchen in VI und 3 Religionsſtunden in VII überwieſen worden.

Unterm 27. November 1856 und 8. Januar 1857 ſind von Großh. Oberſtudien⸗ Direction ausführliche Inſtructionen für den evangeliſchen Religionsunterricht auf den Gymnaſien des Großherzogthums und zur angelegentlichen Pflege eines das ganze Gymnaſialleben durchdringenden chriſtlich⸗religiöſen Geiſtes und ſittlichen Ernſtes erlaſſen worden.Die Aufgabe des chriſtlichen Religionsunterrichts auf evangel. Gymnaſien beginnt die erſte Inſtruction, iſt: Erweckung und Erhaltung einer cchriſtlichen religiöſen Erkenntniß und Ueberzeugung, Pflanzung und Bewahrung eines frommen Glaubens, Sinnes und Lebens und einer wahren Liebe zu der evangel. Kirche und ihren Gütern.

Die bedeutendſte, folgenreichſte Begebenheit für unſere Schule im verfloſſenen Jahr iſt ohnſtreitig der am 17. Februar erfolgte Tod unſeres Directors Prof. Dr. Dilthey. Bereits haben ſich ſo viele Stimmen über die Größe dieſes Verluſtes, der viele und weite Kreiſe ſchmerzlich und tief berührt, erhoben, daß wir uns mit Hinweis auf die ſchon im Druck erſchienene Rede des Gymnaſiallehrers Dr. Lucius an Dilthey's Grab*), auf einige Kundgebungen beſchränken zu müſſen glauben, die von Collegen und Schülern des Verſtorbenen ausgegangen am deutlichſten Zeugniß geben von der Seele, die in dem Lehrkörper des hieſigen Gymnaſiums wohnt, und von dem Geiſt, der in der Pflanzſchule des Wahren, Schönen und Guten herrſcht, die Dilthey's Obhut und Pflege vertraut war.

Zunächſt ein Nekrolog**) aus der Feder des Prof. Dr. Boßler, der einſt Dilthey's lieber Schüler und dann ſein hochgeſchätzter College und warmer Freund war.

Dr. Julius Karl Friedrich Dilthey, Profeſſor und Director des Großherzoglichen Gymnaſiums zu Darmſtadt, Oberſtudienrath und Mitglied mehrerer gelehrten Vereine, Ritter des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen, wurde geboren am 12. März 1797 zu Nordhauſen am Harz. Die ungewöhnlichen Anlagen des Knaben wurden geweckt und entwickelt auf dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt 1804 1815. Ein fein

*) Zum Andenken an Dilthey(Nekrolog von Prof. Wagner, Grabrede von Dr. Lucius, Nach⸗ ruf des Primaners K. Manchot.) Vergl. auch Allgem. Schulztg. 1857, Nr. 9 vom 8. Febr. **) Darmſtädter Ztg. 1857, Nr. 62 vom 3. März. 5*