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Holländiſche Namen ſind v. Amerongen, van der Capellen(f. Lacha- pelle Cappel), v. Oyen.
Aus dem Schwediſchen iſt der Vorname Guſtav entlehnt, welcher ſeinen Urſprung einem deutſchen Gundſtab(Kriegsſtab, Scepter des Kriegsherrn) verdankt,(nach Förſte⸗ mann ahd. Chustaffus Kühnſtab). Die dazu gehörige Gundfahne iſt als gon⸗- falone den italieniſchen gonfalonieri zu Theil geworden.
Endlich ſind auch noch ſlaviſche Namen vorhanden, die zum Theil von hohem Alter ſein mögen, da Slaven einſt bis zur Fulda wohnten, in welcher ſchon Sturm i. J. 743 badende Slaven vorfand. Die Fulda ſelbſt ſoll einen ſlaviſchen mit Moldau identiſchen Namen(dazu Altfuldiſch) tragen und ſlaviſche Colonien waren einſt ſogar auf dem linken Rheinufer angeſiedelt, wie die aus dem Auſonius bekannten arva Sauromatum zwiſchen Bingen und Trier beweiſen, wo ſie ſpäter mit den Hunnen verwechſelt den Namen des Hunsrück(HIunnorum tractus) mit der Stadt Caſtellaun (castellum Hunnorum) veranlaſſt haben. Slaviſche Namen ſind in Fritſch(ſlav. für Fritz), Görlitz, Görz(von ſlav. gora ö%0“8, alſo Oreſtes, Bergmann) wie auch die Grafen von Schlitz, genannt Görtz, aus dem ſlaviſchen Steiermark abſtammen ſollen, Janitſch, Joutz, Kunitſch, Leske(zu Leſcinski wie Leſſing aus dem ſlaviſchen Camenz), v. Lützow, Manglow, Menzlaw, v. Rudow, Sto⸗ ſchitzky, v. Zedlitz, Zöppritz. Da ſchon Bonifacius Slaven als zinsbare Bauern zum Anbau in das Land zog, und ſchon 889 und 923 ſlaviſche Coloniſten in Umſtadt urkundlich erwähnt werden, ſo mögen außer Schlitz(gleich Schleiz) auch noch andere ſlaviſche Ortsnamen im Lande vorhanden ſein. Der Name Wenden, mit welchem gewöhnlich die Slaven von den Deutſchen bezeichnet wurden, iſt in hieſiger Gegend zu ſehr verſchliffen, als daß er ſich noch mit Beſtimmtheit erkennen ließe in Wenders⸗ heim, Weinheim(Windenbeim in der Bergſtraße und alſo auch wohl das rhein⸗ heſſiſche Weinheim), Wembach laus Wendenbach), Winnenrod Winden- rade, wo Wenden gerodet haben), Brauerſchwend. Selbſt Winter von Vintar und Winther von Winidheri, von denen alſo nur der letztere den Wenden enthält, ſind dermaßen vermiſcht worden, daß ſie ſich nach dem Urſprung nicht mehr ſondern laſſen.
Hinweis auf ein Endergebniß.
Unſere Fremdnamen, wie zahlreich ſie auch im Ganzen ſein mögen, der Zahl der Fremdwörter in der deutſchen Sprache entſprechend, ſtehen doch aus jeder einzelnen Sprache zu iſolirt, als daß es thunlich wäre, ſie in größeren Gruppen zu ſyſtematiſcher Entwickelung zuſammenzuſtellen. In dieſer Hinſicht werden die deutſchen Namen uns eine reichere Ernte gewähren. Wir werden im Stande ſein, die älteſten derſelben bis zu ihrer Entſtehung im heidniſchen Götterdienſte und ihrer erſten Erwähnung in latini⸗ ſirten Formen zu verfolgen und alſo z. B. wiedererkennen v. Herf in Arpus, König der Chatten, Kraus in Carausius, Beherrſcher von Britannien, Herold und Harald in Cariovalda, Fürſten der Bataver, Gilmer in Gelimerus, König der Vandalen, Wittich in Vitiges, König der Gothen u. ſ. w. Daran werden ſich die Namen der alten germaniſchen Völker anreihen und die aus ihnen entſtandenen Perſonen⸗ namen. Mit den Urkunden der karolingiſchen Zeit eröffnet ſich die genauere Kunde des Landes und ſeiner bereits ſehr zahlreichen Ortſchaften, weßhalb es rathſam ſchien, die Darlegung der Anſichten über die Entſtehung unſerer Ortſchaften bis dahin zu ver⸗ ſparen. Die Namen der letzteren laſſen allgemeine Unterſcheidungen wahrnehmen nach der Zeit, nach der Lage, dem Boden, der Größe, der Form, der Farbe, der Zahl, nach ſonſtigen Eigenſchaften und Prädikaten, ſodann nach den in ihnen zum Ausdruck kom⸗ menden Arten des Waſſers, des Erd- und Steinreichs, nach den verſchiedenen Arten


