Wie ſchwer es übrigens oft ſei, auf dieſem Gebiete bis zur ſprachlichen Sonderung und Sichtung vorzudringen, und wie dabei Lateiniſch, Celtiſch und Deutſch oft durcheinander⸗ laufen, dies kann namentlich gaesum, goth. gais, ahd. gér, nord. geir, mit Gaesatae, Germani, Giſo, v. Geyſo, v. Gehren, Gerhard, Gerlach, Germann, Ger⸗ nand, Gernert, Gernot, Geromont(wohl franzöſirt aus ahd. Germund) Gerau, Gernsheim u. ſ. w. beweiſen, von denen ſich ebenſowohl behaupten läſſt, daß ſie ſchwerlich alle zu einem Stamme gehören, als daß ſie mit Sicherheit nicht von einander geſchieden werden können.
Romaniſche, germaniſche, ſlaviſche Fremdnamen.
Wie die celtiſche Sprache zwiſchen der lateiniſchen und deutſchen in der Mitte ſteht, ſo leitet ſie uns einerſeits zu den romaniſchen, andrerſeits zu den germaniſchen Sprachen hinüber. Sie tritt zunächſt in Beziehung zur italieniſchen Sprache nicht bloß durch nähere Verwandtſchaft mit den altitalieniſchen Volksdialekten, ſondern auch dadurch, daß einſt der ganze Norden von Italien von Galliern beſetzt war, die ſchon auf das Lateiniſche weſentlich eingewirkt haben. Hat es ſchon Bewunderung erregt, neuerdings Virgilius unter den literariſch berühmten Oeſterreichern mit aufgeführt zu finden, ſo iſt doch nicht minder denkwürdig, daß nach Zeuß nunmehr Catullus, Jecius, Livius, Plinius, Roſcius, Tiberis, Virgilius und Andere, die wir für echte Römer hielten, den Celten angehören ſollen. Eine Rückwirkung der italieniſchen Sprache auf die deutſche iſt im Mittelalter durch das heilige römiſche Reich deutſcher Nation und die Römerzüge veranlaſſt und durch den Welthandel von Genua und Venedig fortgeſetzt worden, wie ſchon die alte Mailandsgaſſe in Mainz zu beweiſen vermag. Früh er⸗ ſcheinen italieniſche Familien am Mittelrhein ſeſſhaft, und ihre Zahl iſt in der neueſten Zeit durch Kunſthandel und Theater noch vermehrt worden. So ſind in das Land Namen gekommen, wie dalle Aſte, Biconi, Brentano, v. Buri, Cameſasca, Camozzi(ueuas, i. cammozza, f. chamois Gambs), Caprano, Cavalli, Cramolini, Deſaga, Doria, Galletto, Notti, Pierrotti, Piroſini, Sanzio(dies jedoch deutſchen Urſprungs von ahd. Sanzo, ſpan. Sancho, latiniſirt Sanctius) u. ſ. w..
Ungleich zahlreicher ſind die franzöſiſchen Namen, und ihr Vorhandenſein beweiſt den überwiegenden Einfluß, den Frankreich ſeit mehr als 200 Jahren auf die Rhein⸗ lande ausgeübt hat. Es gehören dazu Allemand, Badoue, Barnier, Baſſet, Beauclair, Bellaire, Bernet, Bonnet, Bouillon, Brend'amour, Brideau, Carriere(von quadra Steinbruch, wie it. Carrara, Iercules Saxa- nus, Kuhl, Schacht, v. Gruben, Steingrübner), Cochard, Cordier, Creve, Dicoré, Dubois, Dumont, Dupnis, Fay, Florant, Ga⸗ quoin, Guarnier, Getaille, Goſſy, v. Grancy, Griotte, du Hall, Henry, Laſſence, Laval, Leclerc, Lefebvre, Lepitre, Lerreche, Louis, Malſy, Manchot, Marchand, Marquard(aus Markwart), Maſſot, Meny, Mercier, Munier, d'Orville, Ouvrier, Paſſet, Roguet, v. Ricon, Rouge, Serrurier, Sevin, du Bos du Thil, v. Touſſaint, Touton, Verdier (mtl. viridiarius Grüner, Jäger, Förſter) de la Blaquiére u. ſ. w. Auch deutſche Namen ſind theilweiſe franzöſiſch geſtaltet worden, wie v. Bouchenröder, Bouter⸗ wek, Coulman, Moufang, Gaulé, Kekulé, Rubé, Taſché u. ſ. w.
Dagegen iſt die Zahl der engliſchen Namen gering, ſehr wenige aus älterer Zeit, die meiſten erſt der Gegenwart angehorig, z. B. Bird, Cooke, Dilthey, Jenyſon, Lateward, Maitland, Nepean⸗Ewan, Napelton, Winſon, Wright u. ſ. w.


