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Daniel(judex Dei, der im Namen Gottes Gericht hält). Dazu kommt die Seherin Hulda(070), die mit der germaniſchen Hulda freilich nichts als den zufälligen Gleichklang des Namens gemein hat, Zacharias, cujus Jeh. meminit, noch in Kares. Auf gleicher Stufe mit den Propheten ſteht Hiob(hostiliter tractatus). Wenn man die Fortpflanzung dieſes Namens überblickt von Eyub, Vater des Saladin und Stamm— vater der ägyptiſchen Eyubiden bis zu dem numidiſchen König Juba(16as, wozu auch wohl der aus Homer bekannte Jobates in Lycien) und dem von Virgil geprieſenen Sänger Jopas am Hofe der Dido, ſo wird es nicht unwahrſcheinlich, daß der Name des ruhmgekrönten Dulders in dem ſonſt nicht erklärlichen ahd. Joppo oder in Jaup noch fortlebt. Die Reihe der altteſtamentlichen Namen ſchließtt in dem Buche Tobias (qui placet Deo, wovon Debus) mit den Erzengeln Michael(qui est instar Dei) und Raphael(quem sanavit Deus). Die große Beliebtheit, die der erſtere als Kirchenheiliger in Deutſchland erlangt, ja ſogar ihn als Michel zum Repräſentan⸗ ten des deutſchen Volkes gemacht hat, verdankt er freilich nur dem Umſtande, daß ſein Name nach germaniſcher Deutung an g. mikils, ahd. mihil: magnus angelehnt, den Großen und Gewaltigen zu bezeichnen ſchien.
Auch die ſpätere Zeit hat noch in Paläſtina eine Quelle uneuer Namengebung gefunden. So hat ein Pilger, der das Ziel ſeiner Fahrt, den heiligen Fluß des Landes glücklich erreichte, den Namen Jordan(davon der Homeriſche Jardanos) angenommen, deu ſchon der Conſul Jordanes i. J. 470 und der Biſchof Jordanes oder Jornan⸗ des, der Geſchichtsſchreiber der Gothen, trägt. Ein ähnliches Andenken mag Ebenezer (lapis exilii), der von Samuel errichtete Denkſtein, veranlaſſt haben, ein Name, der in Nordamerika wiederkehrt, und wovon Eppeneter nur eine platte Ausſprache ſein wird. Wie Ortsnamen von Paläſtina auch geographiſch übertragen wurden, kann die durch einen Erzbiſchof von Trier erfolgte Verpflanzung des Berges Tabor in das naſeauiſche Städchen Montabaur beweiſen. Der Dank gegen Gott für einen geſchenkten Sohn, der ſich in vielen alten Namen ausſpricht, tritt nirgends ſtärker hervor als bei Oſann, denn die Verzeichniſſe alemanniſcher Namen bei Goldaſt überzeugen davon, daß er nichts mit Oſſian gemein hat, ſondern ihm zum Grunde liegt der Ausruf Hoſinanah! der Herr ſei gelobt! Hierin wird denn auch die Ehrenerklärung liegen für die in alten Ur— kunden ohne männliche Begleitung auftretende Oſſanna, die wegen mangelnder Legiti⸗ mation von Förſtemann angehalten, mit einem großen Fragezeichen für verdächtig erklärt und wegen nicht erwieſener Verwandtſchaft mit Oskar und Oswald vom Götterhofe der Aſen ausgeſchloſſen einſtweilen in Reſerve behalten wird. Zion iſt der Stammort ihres uralten Geſchlechtes.
Die Hebräer geben uns Veranlaſſung, anch einen Blick auf Babylon und Phönicien zu richten. Dort ſehen wir als letzten König Belſazar, oder nach einer andern Aus⸗ ſprache Baltaſar, Sohn des Nebukaduezar und der Nitokris, von den Griechen Labynetos oder Nabonnedos genannt, noch vorhanden in Balſer, Balzer, wovon jedoch zu trennen ahd. Balzo Baltz von goth. balths, ahd. bald: audax, alſo zu dem Königsgeſchlecht der Balthae gehörig, wie ahd. Baldarat: audax consilio in Baldratesheim Bellers⸗ heim. Da wir ſonſt keine Gelegenheit dazu finden möchten, ſo wollen wir neben Belſazar auch des türkiſchen Sultan hier gedenken, der in der Mitte ſteht zwiſchen dem altägyptiſchen Salatis(hebr. salat: dominatus est, wohl zu unterſcheiden von Saladin) und dem modernen Soldan. Stifterin von Karthago iſt Eliſſa, muthmaßlich gleiches Namens mit ihrem Zeitgenoſſen, dem Phropheten Eliſa(Elissaeus, cui l'eus est salus), wovon denn noch Eliſe ꝛc., ſreilich in vielfältiger Verwechſelung mit der deut⸗ ſchen Elſe oder Ilſe. Nicht minder bekannt iſt ihre Schweſter Anna(hebr. Hannah, Fem. zu dem Karthager Hanno, gratiosa) alſo eine ſemitiſche Charis, aber ſchon in


