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Die nachfolgende Abhandlung iſt eine Reliquie unſeres am 17. Februar d. J. verſtorbenen Directors Dilthey. Sein Hinſcheiden, wenn auch lange befürchtet, war für Viele ein erſchütternder Schlag. Es iſt in ihm ein Stern für unſere Schule und für die Wiſſenſchaft untergegangen. Er hat für beide Ausgezeichnetes geleiſtet, wie der Mund aller ſeiner Schüler und viele Blätter unſrer Literatur bezeugen. Seine mannigfache Bedeutenheit hat darum in Grab- und Schulreden, in Nekrologen und in poetiſchem Erguſſe vielfach die verdiente Anerkennung gefunden, und auch unſre Schule verkennt nicht ihre Pflicht, ihrem lang bewährten Führer in ihren Annalen ein ſeinen Verdienſten entſprechendes Denkmal zu widmen. Könnte auch unſre Zeit noch zu jung und zu befangen ſcheinen, um ein objectiv wahres und vollſtändiges Bild von dem Verſtorbenen zu liefern, ſo würde ein ſolcher Mangel an Beruf doch mehr als erſetzt werden durch die Friſche der Eindrücke, welche die in nächſter Nähe Stehenden von Dilthey empfangen haben und wiedergeben könnten. Da aber fürs Erſte die Wahl vorlag, entweder ausführlich über ihn zu ſprechen, oder ihn ſelbſt ſprechen zu laſſen, ſo entſchied man ſich unbedenklich für dieſes, weil ſeine Eigenthümlichkeit ſich kaum irgendwie ſo deutlich abſpiegeln ließe, wie in dem von ihm ſelbſt reflectirten Abbild ſeines geiſtigen Weſens. Zudem war es Pflicht der Pietät, dieſe faſt druckfertige Arbeit, die Frucht ſorgſamen Fleißes und ſchöpferiſchen Geiſtes, die er ſelbſt, um frühere Behauptungen zu beſtätigen und zu einem gewiſſen Abſchluß zu führen, als Oſterprogramm darzubringen gedachte, nicht im Staub und


