Die auf den nachfolgenden Blättern gegebenen Abschnitte zu oder genauer aus einer (zum grösseren Theile fertig vorliegenden) hebräischen Elementargrammatik für Gymnasien machen keinen Anspruch auf wissenschaftliche Bedeutung, sondern verdanken lediglich dem practischen Bedürfnisse ihre Entstehung. Da der-hebräische Unterricht im Gymnasium in ganz besonderem Sinne ein Nebengegenstand ist, für welchen nur ein sehr geringes Mass häuslicher Arbeit verlangt werden kann, so hat es der Verfasser dieser Zeilen nur kurze Zeit über sich gewinnen können, Grammatiken, wie Gesenius, Thiersch, Nägelsbach oder andere, Paragraph für Paragraph mit den Schülern durchzunehmen, vielmehr hat er, gar bald belehrt, wie wenig damit erreicht wurde, sofort, nachdem die Laut- und Lesezeichen einigermassen geläufig waren, die Paradigmen zu Grunde gelegt und die Lectüre geübt und an jenen und in dieser die elementaren Regeln in kurzer fester Form aufgezeigt und mitgetheilt, fort und fort ein- geübt, das Zusammengehörige von Zeit zu Zeit in der aus den nachfolgenden Proben zu ersehenden Weise zusammengestellt und repelirt, und hat so festere Resultate gewonnen, als er anfangs durch den ausgedehnteren neben der Lectüre ziemlich selbständig herlaufenden grammatischen Unterricht gewinnen konnte.
Das Ziel des hebräischen Unterrichts bleibt doch, den Schüler zu befähigen, nach seinem Abgange auf der Universität die Schrift A. T. lesen und der Erklärung derselben folgen zu können. Indem auf jene Weise Zeit zur Lectüre gewonnen wurde, war es möglich, grössere Abschnitte der Schrift zu lesen und was für die Erlernung jeder Sprache unumgänglich noth- wendig ist, in genügender Weise die Wörter der gelesenen Abschnitte lernen zu lassen. Nur auf diesem Wege möchte es bei der so knapp zugemessenen Zeit zu erreichen sein, dass der künftige Theologe wirklich Freude an der hebr. Sprache gewinnt, so dass er auf der Universilät nicht blos die Grammatik der Sprache eingehender studirt, sondern die Schrift A. T. geläufiger liest, wo möglich von Anfang bis zu Ende durchliest— ein Ideal, welches freilich nur in den seltensten Fällen wird erreicht werden, so sehr auch eine genauere Kenntniss des A. T. den Theologen in den Kämpfen unserer Zeit noth thäte.


