Aufsatz 
Abhandlung über die Vorbildung der Aspiranten für das Schullehrer-Seminar
Entstehung
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ſpirant Gelegenheit habe, zu beweiſen, daß es ihm nicht ganz an Lehrertalent fehle, laſſe man ihn zuweilen ſelbſt Verſuche im Unterrichten mit Kindern machen. Da⸗ durch wird es ſich bald zeigen, ob er dazu Neigung und Geſchick hat. Es iſt nicht nöthig, daß dieſen Verſuchen eine theoretiſche Anweiſung vorangeht. Dem natür⸗ lichen Talente, dem angebornen Takt des Adſpiranten muß dabei freier Spielraum gegeben werden. Eine Anweiſung zur materiellen Vorbereitung iſt ausreichend, und die Kritik des Lehrers über das Geleiſtete ſowohl, als auch über das Nichtge⸗ leiſtete wird zur Erleichterung der weitern Verſuche führen. Benutzt der Adſpirant ſeine Zeit in der Volksſchule auf dieſe Weiſe lernend und lehrend zu ſeiner Vorbildung, ſteht ihm dabei ein gemüthlicher, treuer, kenntnißreicher Lehrer zur Seite, wird der junge Menſch bei einfachen äußern Sitten erhalten und zugleich für das Streben nach innerer Geſittung gewonnen, ſo kann es für ihn keine beſſere Vorbereitung geben.

Würde die gegenwärtige Abhandlung etwas dazu beitragen, daß känftig unſerm Seminar recht tüchtige, wohlvorbereitete und nicht allein intellectuell, ſondern auch religiös und moraliſch gehörig gebildete Adſpiranten zugeführt werden, ſo wurde der Zweck derſelben vollkommen erreicht ſein..

Als Lehrmittel für die angeführten Gegenſtaͤnde moͤchten dem Adſpiranten⸗ ehrer nach⸗ ſtehende Werke und Muſikalien ſchließlich zu empfehlen ſein: 1. Dieſterweg, Beitraͤge zur Begründung der hoͤheren Leſelehre, oder Anleitung zum logi⸗ ſchen und euphoniſcheu Leſen. IIIte Aufl. Bielefeld, 1839.(16 g. Gr.)

2. Ote⸗, Anleitung für Lehrer in einer Reihe ſprachunterrichtlich bearbeiteter eetäss UIte Aufl. Erfurt, 1846.(1 Tylas)