Aufsatz 
Aus dem Leben Karls des Großen
Entstehung
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Ueber ſeinen Lebensgang erlaubt ſich der Unterzeichnete folgende Mittheilungen zu machen:

Eduard Weſener wurde am 10. Januar 1808 zu Recklinghauſen in Weſtfalen, wo ſein Vater Landrichter war, geboren. Auf dem Progymnaſium ſeiner Vaterſtadt und dem Gym⸗ naſium zu Münſter vorgebildet, beſuchte er die Univerſitäten zu Bonn, Leipzig und Berlin von Oſtern 1826 bis zum Herbſt 1829 und beſtand alsdann die Staatsprüfung pro facultate docendi vor der wiſſenſchaftlichen Prüfungscommiſſion zu Berlin. Hierauf hielt er an der eben zu einem vollſtändigen Gymnaſium erhobenen Anſtalt zu Recklinghauſen ſein Probejahr ab und leiſtete nach Vollendung deſſelben durch einjährigen Dienſt als Freiwilliger zu Köln der geſetz⸗ lichen Militärpflicht Genüge. In Folge Reſcripts des Provinzial⸗Schulcollegiums zu Münſter vom 14. September 1832 wurde er als Präceptor und Hülfslehrer an dem Gymnaſium zu Paderborn beſchäftigt, Oſtern 1835 aber an dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt als ordentlicher Lehrer angeſtellt. Von dort wurde er unter Beförderung zum Oberlehrer mit dem 1. November 1839 an das Gymnaſium zu Culm an der Weichſel berufen, wo er bis zum Herbſt 1852 wirkte, zu welcher Zeit er auf ſeinen dringenden Wunſch, nach den weſtlichen Provinzen des Staates zurückzukehren, mit dem 1. October 1852 an das Gymnaſium zu Coblenz verſetzt wurde. Daſelbſt erhielt er im Frühjahr 1859 einen Ruf als Director des Gymnaſiums zu Fulda in Kurheſſen, in welcher Stellung er ſodann bis zum Herbſt 1862 blieb, wo Seine Hoheit der Herzog Sich gnädigſt bewogen fanden, ihn zum Director des Herzoglichen Gymnaſiums zu Hadamar unter Ertheilung des Dienſtcharacters als Oberſchulrath mittels Höchſten Decrets vom 25. September 1862 zu ernennen. Sein Vorgänger in dieſem Amte, Herr Oberſchulrath Dr. Schwartz, führte ihn am 9. October im Auftrage der Herzoglichen Landesregierung vor den verſammelten Lehrern und Schülern in ſeinen Dienſt ein und nahm bei dieſer Gelegenheit von der Anſtalt, der derſelbe ſeit Oſtern 1858 mit dem ſegensreichſten Erfolge vorgeſtanden hatte, Abſchied.

B. Unterricht.

1. Allgemeine Bemerkungen.

Die vollſtändige Trennung der Secunda in zwei Abtheilungen, welche in dieſem Schuljahre in Folge der großen Schülerzahl geſtattet wurde, hat ſehr weſentlich zum Gedeihen des Unter⸗ richts und zur Erleichterung und Förderung der Schüler beigetragen, da es eben dadurch mög⸗ lich wurde, dieſelben in der ihrem Standpunkte angemeſſenen Weiſe zu beſchäftigen und anzu⸗ leiten.

Der Communionunterricht für die katholiſchen Schüler wurde von dem Herrn Pfarrer Hartmann, der Confirmandenunterricht für die evangeliſchen Schüler von dem Herrn Pfarrer Schellenberg ertheilt, und zwar in der Weiſe, daß die Schüler des Gymnaſiums an dem für die Elementarſchüler ihrer Confeſſion angeordneten Unterrichte theilnahmen. Von dem Unterrichte in der griechiſchen Sprache waren zwei Schüler dispenſirt. An dem für die künftigen Theologen und Philologen angeordneten Unterrichte in der hebräiſchen Sprache be⸗ theiligten ſich in der oberen Abtheilung 11, in der unteren Abtheilung 12 Schüler. An dem Unterrichte im Engliſchen betheiligten ſich im Sommerſemeſter 20, im Winterſemeſter 14 Schüler; an dem für die Schüler oberer Klaſſen des Gymnaſiums beſonders eingerichteten Privatunter⸗

richte im Zeichnen im Sommerſemeſter 10, im Winterſemeſter 9 Schüler. 4