Aufsatz 
Zur Inversion der römischen Eigennamen : I. Cicero bis Livius
Entstehung
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gebraucht würden, ſo dürfte man vielleicht bei den Fortſetzern Cäſars eine größere Ausbeute in dieſer Art vermuten(etwa Cornelius Lentulus, Claudius Marcellus), am wenigſten jedoch im bell. Alex. Der Verfaſſer dieſer Schrift weicht nicht von der bei Cäſar üblichen Namengebung ab, Doppelnamen ohne Pränomen begegnen mehrmals. Aufgefallen iſt mir nur, daß der im bell. civ. 3,34,3 an erſter Stelle mit vollem Namen aufgeführte Cn. Domitius Calvinus(oft Domitius; 78,5 und 89,2 auch Cn. Domitius) von dem Verfaſſer des bell. Alex. an drei nicht weit auseinander liegenden Stellen, jedoch in ebenderſelben Angelegenheit, jedesmals anders heißt: 65,4 quod(proelium Pharnaces) contra Domitium Calvinum fecerat; 69,1 quod(proelium) Cn. Domitius fecisse cum Pharnace scripsimus; 74,3 quem(exercitum) pulsum a se Domitio duce sciebat(Pharnaces). Auch im bell. Hisp. findet ſich die Verbindung von Gentile und Cognomen(ſ. Attius Varus i. d. Tab.), aber auch ohne größere Kreiſe zu ziehen; dagegen ſcheint ſie im bell. Afr., deſſen Verfaſſer das einfache Gentile oder Cognomen bevorzugt, nicht vorzukommen. Die Inverſion habe ich in den drei Werken nirgends geleſen.

Die Fortſetzer Cäſars bieten alſo kein Moment gegen die Annahme, daß in der verſchiedenartigen Benennung— mit und ohne Pränomen— der Unterſchied des Standes ſich kundgibt. Mag man darum, um den Unterſchied zwiſchen den Namensformen im bell. Gall. und bell. civ. zu erklären, auch auf Abfaſſung und Art beider Werke hinweiſen, wir werden dennoch den Grund zur Verwendung von Gentile und Cognomen weniger in der größeren Flüchtigkeit und Nachläſſigkeit ſuchen, die für das bell. civ. allgemein zugegeben ſind, als vielmehr in der Stellung der Träger der Namen ſelbſt und der größeren Anzahl der im bell. civ. erwähnten Römer.

Cäſar neuert damit nicht, wie Lahmeyer will, d. h. er führt keine neuen Namensformen in die Litteratur ein, ſondern eine für gewiſſe Gruppen von Männern, die im bell. civ. häufiger erwähnt werden, allgemein geläufige Form findet darum auch häufigere Verwendung.— Natürlich konnte es nicht ausbleiben, daß die beſprochenen Namensver⸗ bindungen weiter um ſich griffen, von den Namen prätoriſcher zu denen conſulariſcher Familien, von einem Caninius Rebilus z. B. zu einem Cornelius Merula(Varro r. r. 3,2,2). Ja Livius dehnt rückwirkend dieſen Gebrauch auch auf die Namen der in ſeinem Geſchichtswerk ge⸗ nannten Männer früherer Jahrhunderte aus, wenn einmal an erſter Stelle der mit dem Pränomen gebildete Name geſtanden hat.