Aufsatz 
Zur Inversion der römischen Eigennamen : I. Cicero bis Livius
Entstehung
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Was das Pränomen mit dem Cognomen für die engere Nobilität iſt, das wird mit der Zeit die Verbindung von Gentile und Cognomen für die homines novi aus weniger berühmten Familien, wenn ſie über das Prätoramt nicht hinauskommen; ſo ſchreiben ſchon die Freunde Ciceros und dieſer ſelbſt an einigen Stellen in den Briefen. Gent.+ Cogn. wird neben Pr.+ Gent. oder Pr.+ Cogn. geſtellt, ohne daß Bedenken wegen der Concinnität obwalten: 1,24,3 L. Manlius praetor...., Rutilius Lupus praetor; 3,5,3 praeerat... D. Laelius et C. Tri- arius,... C. Cassius,... C. Marcellus cum C. Coponio,... Scribo- nius Libo et M. Octavius; 2,44,3(senatores) Ser. Sulpicius et Licinius Damasippus; 3,1,1 dictatore habente comitia Caesare consules creantur Iulius Caesar et P. Servilius; 3,26, 1 administ- rantibus M. Antonio et Fufio Caleno; 3,19,6 vulnerantur tamen complures, in his Cornelius Balbus, M. Plotius, L. Tiburtius;

3,83,2 L. Afranium... Acutius Rufus. In gleicher Weiſe wird Gent.+ Cogn. auch neben einſtelligen Namen gebraucht: 1,31,1 Tubero.. Attium Varum; 2,27,1 ex castris Curionis... ad

Attium Varum. Dieſe letztere Zuſammenſtellung würde beweiſen, daß man, um keine Unklarheiten aufkommen zu laſſen, bei den weniger bekannten Familien doch mindeſtens zweier Namen bedurfte.

In dieſen Rahmen paßt das einzige Beiſpiel der Inverſion(2,33,5 ne Varus quidem Attius) vollſtändig herein. Denn es muß naturgemäß der Name eines Mannes ſein, zu deſſen Bezeichnung auch die Verbindung Gent.+ Cogn. gebraucht wird. Es handelt ſich hier nach Lahmeyer um eine durch ne— quidem herbeigeführte Hervorhebung des Individuums, die die Inverſion veranlaßt hat. Indem Lahmeyer dies als Grund an⸗ nimmt, gibt er unausgeſprochen zu, daß für die Inverſion doch wohl ein beſonderer Anlaß vorliegen müſſe, während er es ſonſt ſo hinſtellt, als ob zu Ciceros Zeit und vorher ganz allgemein die Inverſion da geſtanden habe, wo ſpäter Gentile mit dem Cognommen auftritt; Cogn.+ Gent. bei Cicero werde durch Gent.+ Cogn. bei Cäſar abgelöſt.

Um dies zu widerlegen, ſei erſtens auf die bei Cicero beſprochenen Namen Pompeius Magnus, Asinius Pollio und die von den Freunden gebildeten Formen hingewieſen und zweitens der Umſtaud hervorgehoben, daß Cicero keinen der von Cäſar mit Gent.+ Cogn. angeführten Männer (und zwar in den Briefen) mit invertirten Namen nennt außer Corne- lius Balbus.

Wäre die Verbindung von Gentile und Cognomen und auch die umgekehrte Form vulgär in dem Sinne, daß ſie von Leuten geringerer Bildung ſtatt der den Gebildeten geläufigen Namen mit dem Pränomen