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dieſe Form vor— aber auch nach Willkür oder, um es weniger ſcharf auszudrücken, zur Abwechſelung. Das gilt namentlich für Livius, für Tacitus läßt Macke(I. S. 8) dieſe Auslegung nicht gelten. Der Unter⸗ ſchied zwiſchen verſchiedenen Klaſſen von Männern iſt im Gegenſatz zu Cicero bei Livius völlig verſchwunden. Auch die Conſuln, Dictatoren, Oberprieſter u. ſ w. können an zweiter Stelle mit Gent.+ Cogn. genannt werden, wenn vorher der volle Name oder auch nur das Pränomen mit Gentile oder Cognomen ſteht.
Bei Livius entbehren nur ganz wenige Römer des Vornamens, bei Cicero auch eine gewiſſe Klaſſe— allerdings die Mehrzahl der erwähnten Männer— nie, nur daß ſtatt der umſtändlichen dreifachen Form des Hiſtorikers Livius der Redner und Briefſchreiber Cicero meiſt Pr.+ Cogn., ſeltener Pr.+ Gent. ſetzt und damit wohl der geſprochenen Rede näher kommt; andere Männer werden dagegen mit Gent.+ Cogn. oder Cogn.+ Gent. genannt, ohne je den Zuſatz des Pränomens zu erhalten.
Von dieſem Geſichtspunkt aus verlohnt es ſich vielleicht, die Unter⸗ ſuchung nochmals aufzunehmen. Ich habe zunächſt an der Hand des von Lahmeyer gegebenen Materials die ratio des Cicero, Nepos, Cäſar, Salluſt und Varro geprüft. Für die Erkenntnis des livianiſchen Gebrauchs habe ich das ganze Werk durchgearbeitet. Auch von Velleius, Quintilian und Plinius dem Jüngeren kann ich die in Betracht kommenden Stellen geben. Für Tacitus liegt das Material in Mackes Sammlung(I. S. 9 ff.) vor. Die Dichter ſind von der Unterſuchung ausgeſchloſſen. Natürlich kann auch in dieſer Arbeit ſo gut wie bei Lahmeyer noch etwas überſehen worden ſein, ¹) zumal ich ſeit nahezu vier Jahren in der Diaspora im Schuldienſt beſchäftigt bin und ſo die ungeſtörte und ununterbrochene Benutzung einer größeren Bibliothek unmöglich war.
Am meiſten Ausbeute für unſere Unterſuchung dürfen wir aus Cicero erhoffen, nach Cato dem älteſten erhaltenen Proſaſchriftſteller, der in den Reden und noch mehr in den Briefen dem geſprochenen Wort am nächſten kommen mag. Nepos, Salluſt, Cäſar im bell. Gall. und Livius repräſentieren den Charakter der geſchichtlichen Werke, die auch den Fernerſtehenden mit den Perſonen näher bekannt machen wollen. Im bell. civ.— jedenfalls mehr Tendenz⸗ und Gelegenheitswerk als bell. Gall.— hat Cäſar vielfach jenen Standpunkt verlaſſen und ſich mehr der mündlichen Rede genähert.
Aus Plinius minor hatte Lahmeyer(Note 6) nur einen invertierten Namen nachgewieſen und dieſen darum zu ändern vorgeſchlagen; ſ. indes oben S. 4.


