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anwenden wollte“, neben den überlieferten Beiſpielen Gallus Caninius, Cimber autem Tillius, Cimber Gabinius, Ahala ille Servilius (ſ. Tabelle S. 9 ff.) auch Formen möglich geweſen wie Scaevola Mucius, Crassus Licinius, Marcellus CGlaudius.¹) Aber ver⸗ gebens würde man bei Cicero danach ſuchen. Er ſagt ſtets L. Crassus (de or. 1, 24), Q. Mucius(ibid. 1, 24) neben Q. Scaevola(1, 180), M. Marcellus(Cat. 1, 21, ad Q. fr. 2, 3, 1, ep. 2, 15, 2), wenn er nicht nur einen Namen ſetzt. Lahmeyer hat ſich allerdings vorſichtig ausgedrückt:„wenn er(Cicero) jene kürzere Benennung anwenden wollte“. Aber aus den überlieferten Namen glaube ich ſchließen zu dürfen, Cicero wollte und konnte bei dieſen und ähnlichen Männern gar nicht anders ſchreiben.
Man kommt darum wolhl entſchieden einen Schritt weiter in der Beurteilung der Inverſion, wenn man ſie nicht nur der anderen kürzeren Benennung Gent.+ Cogn. gegenüberſtellt, ſondern auch mit den offiziellen das Pränomen enthaltenden Formen vergleicht. Es fragt ſich nämlich: 1) Dienen die Verbindungen Gent.+ Cogn. u. Cogn.+ Gent. zur Wiederholung des an erſter Stelle mit dem Pränomen gebildeten Namens? 2) oder ſtehen ſie ſchon an erſter Stelle, ſind ſie Erſatz für jene ſtrengeren Formen, und kommen dieſe daneben über⸗ haupt nicht vor? Beides iſt in geringem Maße bei Cicero, mehr ſchon bei Cäſar im bell. civile vertreten. Nur überwiegt bei dieſem Gent.+ Cogn., bei jenem Cogn.+ Gent. Doch ſind bei Cicero die Namen in der Mehrzahl, die nur mit Cogn.+ Gent. oder Gent.+ Cogn. und nie mit dem Pränomen vorkommen. Da fragt man ohne weiteres: iſt es vielleicht eine gewiſſe Klaſſe von Menſchen, die durch dieſe von der Regel abweichende Benennung vor den anderen gezeichnet werden? Dieſe zweite Weiſe(allerdings faſt nur Gent.+ Cogn.), die in den Briefen des Plinius allgemein durchgedrungen iſt und auch ſchon bei Velleius, Quintilian und Tacitus einen großen Umfang angenommen hat, findet ſich nur ſchwach vertreten bei Livius— ſie iſt beſchränkt auf die zeitlich kurz vorausgegangenen annalium scriptores wie Antias Valerius(auch Valerius Antias) und Macer Licinius— um ſo zahlreicher begegnet die erſte Art, daß der dreiſtellige Name mit Gent.+ Cogn. oder Cogn.+ Gent. wieder aufgenommen wird neben Pr.+ Gent. oder Pr.+ Cogn. Da iſt die Inverſion und die umgekehrte Form litterariſches Gut geworden, mit dem der Schriftſteller ſchaltet je nach Bedarf— denn an manchen Stellen liegt zweifellos ein beſonderer Grund gerade für
¹) Lahmeyer S. 494.


