V. Zur Chronik der Anstalt.
(Ostern 1885 bis Ostern 1886.)
1. Das Sommerhalbjahr begann am 15. April 1885 mit einer gemeinsamen Schulfeier.
Die provisorischen Lehrer Victor Geißner und Christian Lenhardt verließen mit dem Beginn des Schuljahrs die Anstalt: Herr Geißner wurde an die Realschule zu Wimpfen und von dort an das Gymnasium zu Mainz, Herr Lenhardt an die Realschule zu Alsfeld versetzt.
Nachdem Herr Turninspektor Marx aus dem Dienste unsrer Anstalt ausgetreten und Herr Völsing den gesamten Turnunterricht der oberen Klassen übernommen, trat der Gymnasial- und Realschullehramtsaccessist Hermann Braun aus Rheindürkheim als Hülfslehrer für den Turnunterricht in unsre Anstalt ein; und er hatte die Freundlichkeit, außerdem freiwillig auch mathematischen Unterricht zu übernehmen.
Am 15. April traten die Gymnasial- und Realschullehramtsaspiranten Dr. Eduard Anthes aus Brensbach, Friedrich Becker aus Michelstadt und Dr. Georg Mäller aus Darmstadt in unsrer Anstalt in die Acceßthätigkeit ein.
Am 10. August begann der Gymnasial- und Realschullehramtsaspirant Georg Grünewwald aus Lengfeld, am 24. August der Gymnasial- und Realschullehramtsaspirant Philipp Friedrich aus Darmstadt den Acceß bei unsrer Anstalt.
Nachdem Accessist Wilhelm Fischer seinen Acceß am 11. August 1884 beendigt hatte, verblieb er noch, ehe er sich der Ableistung seiner Militärpflicht unterzog, bis zum 22. Sept. in unsrer Anstalt.
2. Mit dem Beginn des Winterhalbjahrs trat Herr Dr. Kornmesser, nachdem er während seines längeren Urlaubs genesen, zu unsrer Freude wieder in sein Amt ein. Infolge davon trat der provis. Lehrer Herr Karl Albert Henkelmann, der für ihn vikariert hatte, für ganz kurze Zeit von unsrer Anstalt zurück. Demselben wurde dann gestattet, als Volontär in unsrer Anstalt zu verbleiben.
Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit wurde der Gymnasiallehrer Dr. Ludavig Walther mit Wirkung vom 1. Nov. 1885 mit Versehung der Funktionen eines Hofbibliotheksekretärs unter gleichzeitiger provisorischer Entbindung von den Funktionen eines Gymnasiallehrers beauftragt, indem von seinem Gymnasiallehrergehalte der Betrag der Remune- ration eines für ihn als Vertreter zu bestellenden provis. Lehrers in der Gymnasialkasse reserviert wurde.
Durch ministerielle Verfügung vom 30. Okt. wurde das Vikariat für Herrn Dr. Walther mit Wirkung vom 1. Nov. dem Gymnasiallehramtsaccessisten Karl Albert Henkelmann übertragen.
Der provisorische Lehrer Dr. Lindt, der im Sommerhalbjahr 1885, besonders um Herrn Dr. Walther zu schonen, bei uns vikarierte, wurde im Winterhalbjahr 1885/86 unsrer Anstalt als Vikar erhalten, weil es wünschenswert war, andren Lehrern, die erkrankt oder von zarter Gesundheit waren, nicht ihre volle Stundenzahl zu überweisen.
Gymnasiallehrer Dr. Otto Zimmermann erkrankte am 23. Jan.; und es wurde ihm durch ministerielle Verfügung vom 19. Febr. zur Herstellung seiner Gesundheit bis zum 1. Mai I. J. Urlaub


