Aufsatz 
Peri daimonos Homeriku / scripsit C. Cuntz
Entstehung
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15 C. Aesthelische Bildung.

Ausser den Mitteln, welche die im Lehrplane enthaltenen Unterrichtsgegenstände für diese Ausbildung nachweisen, bietet sich hier vielfache Gelegenheit zum Privatunterricht dar nicht nur für Weiterbildung im Gesang und Zeichnen, sondern auch für jede Art der Musik, für Malen, Tanzen, Reiten, Fechten und Schwimmen. Der nur den fleissigen Schülern der Prima und Obersekunda gestattete Reitunterricht wird von einem dazu angestellten Reitleh- rer um einen ermässigten Preis ertheilt und ist im verflossenen Jahre von fünf Schülern be- nutzt worden. Zugleich trägt zur Ausbildung des Schönheitssinnes das Leben in der grösseren Stadt mit ihren verschiedenen Kunstsammlungen, Konzerten, Theater, öffentlichen Vorträgen, Gesellschaften&c. vieles bei, deren Besuch den Schülern mit der durch ihr Ver- hältniss gebotenen Beschränkung von dem Gymnasium gestattet wird. Auch hatte sich im verflossenen Winter wiederum ein Privatgesangverein unter Leitung des Kollaborators Bogler aus unseren Schülern gebildet, der mit Beifall Proben seiner Leistungen in einem öffentlichen Konzerte abgelegt hat.

D. Disciplin.

Erwähnenswerthe Disciplinarfälle sind in dem Jahre nicht vorgekommen. Das Betragen der Schüler war im Ganzen sehr befriedigend. Mit dem Dank an Eltern, Hauswirthe und die hiesige Polizeibehörde für ihre Mitwirkung bei der disciplinarischen Ueberwachung un- serer Schüler erlaubt sich die Anstalt zugleich die Bitte um fernere Unterstützung dabei, weil in der grösseren Stadt nur dadurch eine genauere Aufsicht ermöglicht ist.

E. Physisches Wohl der Lehrer und Schüler.

Wegen andauernder Krankheit war der Professor Schmitthenner während des ganzen Schuljahres und der Kollaboralor Seyberth wegen einer nöthig gewordenen Bade- kur ein Vierteljahr lang beurlaubt, was nicht ohne störenden Einfluss auf den Unterricht blicb, wenn gleich ihre Lehrstunden, mit Ausnahme der hebräischen, alle durch die übrigen Lehrer gedeckt wurden. Der Gesundheitszustand bei den andern Lohrern war wie hei den Schälern, kleinere Unterbrechungen abgerechnet, im Ganzen gut.

1I. Chronik des Gymnasiums.

Anfang des Schuljahres und Einführung des Professors Dr. Lüdecking den 30. April 1857. Amtsantritt des Konrektors Meister den 11. Mai. Das seit dem Brande des Ministerialgebäudes im Herbste 1854 von Herzoglicher Landesregierung zur Registratur be- nutzte Klassenzimmer wurde dem Gymnasium wieder eingeräumt gegen Ende des Mai's. Pfingstferien vom 30. Mai bis 7. Juni. Das Geburtsfest Seiner Hoheit des Herzogs, der 24. Juli, konnte auch in diesem Jahre nicht auf die sonst gewöhnliche Weise von dem Gymnasium gefeiert werden, da der Versammlungssaal von Herzoglicher Landesregierung noch immer zur Registratur benutzt wurde. Turnfahrt mit einem grossen Theil freiwillig sich daran betheiligender Schüler den 24. und 25. Juli. Urlaub des Kollaborators Sey- berth vom 4. Juli bis zum Anfang des Winterhalbenjahres. Turnfest den 1. September. Herbsiprüfung den 10. und 11. September. Ferien vom 12. September bis 11. Okto- ber. Anfang des Winterhalbenjahres und Diensteinführung des Kollaborators Bogler, der, um keine grössere Störung in dem Unterricht zu verursachen, in alle Lehrstunden des