Aufsatz 
Einleitung zur Geschichte der vier Grafen von Nassau auf dem Erzstuhle von Mainz
Entstehung
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Umgegend derſelben ſtattfanden, beizuwohnen, ſo wurden die Herbſtprüfungen am Mittage des erſten Prüfungstages abgebrochen und den Schülern Gelegenheit geboten, den Anblick des ge⸗ liebten Landesfürſten zu genießen und ſich an dem für die meiſten von ihnen ſeltenen militäriſchen Schauſpiele zu erfreuen. Am Abende verſammelten ſich die Schüler vor dem Gymnaſialgebäude und ſchloſſen ſich unter Vorantragung ihrer Fahne dem von der hieſigen Bürgerſchaft in Ver⸗ anlaſſung der Anweſenheit Seiner Hoheit veranſtalteten ſolennen Fackelzuge an, vereinigten ſich dann ſpäter mit dem hieſigen Geſangvereine zur Abſingung der Nationalhymne und ſtimmten freudig in das begeiſterungsvolle Hoch ein, welches dem geliebten Landesvater ausgebracht wurde. Die kurzen, aber ſchönen Stunden der Anweſenheit Seiner Hoheit werden, wie ſie die Einwohner hieſiger Stadt in die freudigſte Bewegung verſetzten, auch in dem Leben der Lehrer und Schüler des Gymnaſiums einen erhebenden, unvergeßlichen Moment bilden!

Am 23. September ſtarb während der Herbſtferien in ſeinem Heimatsorte Wilmenroth der Unterſecundaner Rudolph Schäffer, der das Gymnaſium ſeit Oſtern 1858 beſucht und ſich durch Fleiß und gutes Betragen in gleichem Grade die Zufriedenheit ſeiner Lehrer, wie durch Herzensgüte und freundliches Weſen die Liebe ſeiner Mitſchüler erworben hatte.

Am 10. October begann das Winterſemeſter mit der Prüfung der angemeldeten Schüler, deren Zahl 11 betrug. Von dieſen wurden 1 in die VII, 2 in die V, 1 in die IV, 4 in die III, 2 in die IIa und 1 in die Ia aufgenommen.

Am 11. October war für das Winterſemeſter der Eröffnungsgottesdienſt in beiden Pfarr⸗ kirchen, dann Verſammlung der Lehrer und Schüler in der Aula, wo der Director eine Anrede an die Schüler hielt und unter Vorhalt der Schulgeſetze auf einzelne wichtige Punkte des Schüler⸗ lebens belehrend und ermahnend hinwies. Am 12. October begann in allen Claſſen der Unterricht.

Am 18. October wurde eine Gedächtnißfeier der Befreiungsſchlacht bei Leipzig und zwar, da die Witterung eine Feier auf dem Turnplatze nicht zuließ, in der Aula des Gym⸗ naſiums begangen, welche zu dieſem Zwecke mit Fahnen, Gewehren u. ſ. w. feſtlich ausgeſchmückt war. Die Feier wurde durch die Sängerchöre des Gymnaſiums eröffnet und geſchloſſen; der Oberprimaner Joſeph Ohler ſchilderte in einem ausführlichen Vortrag die Bedeutung der Befreiungskämpfe und der denkwürdigen Völkerſchlacht für das deutſche Vaterland und mehrere andere Schüler trugen Gedichte vor, welche die Leipziger Schlacht oder die Helden der Befrei⸗ ungskriege zum Gegenſtande hatten. Am Nachmittage verſammelten ſich alle Schüler auf dem Turnplatze und traten einen Uebungsmarſch, die größeren mit Gewehren bewaffnet, an; die Primaner und Secundaner verſammelten ſich nach der Rückkehr von demſelben in dem Locale des hieſigen Geſangvereins, um hier in Gemeinſchaft mit den Lehrern und einer Anzahl Freunde des Gymnaſiums dem Andenken an das ſo folgenreiche Ereigniß der vaterländiſchen Geſchichte noch einige Abendſtunden zu widmen. Auch hier wurden von einigen Schülern auf den Gegen⸗ ſtand der Feier bezügliche Gedichte vorgetragen und außer muſikaliſchen Productionen einzelner Schüler von den Sängerchören unter Flügelbegleitung einige für dieſe Veranlaſſung von dem Geſanglehrer eingeübte Lieder geſungen, worauf der Oberprimaner Karl Lade nach einer an ſeine Mitſchüler über den Einfluß der Feier vaterländiſcher Feſte auf die Geſinnung der Jugend gehaltenen Anſprache ein von ihm verfaßtes Gedicht vortrug, welches in die für die Schüler des Gymnaſiums veranſtaltete Sammlung vaterländiſcher Lieder Aufnahme finden und auch in künftigen Jahren zur Belebung der Erinnerung an dieſen Tag im Kreiſe des Gymnaſiums bei⸗ tragen wird.