Aufsatz 
Coup d'oeil des méthodes employées dans l' enseignement de la langue francaise
Entstehung
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22 C. Aesthetische Eildung.

Die hiesige Stadt bietet durch Kunstvereine verschiedener Art, Museen, Concerte, Gesellschaften, Schauspiele, Bälle etc. vielfache Gelegenheit zur Ausbildung des sihetischen Sinnes und des Anstandes im äusseren Benehmen. Das Gymnasium, dessen Schüler meistens hier lebenden, gebildeten Familien angehören, sieht sich dadurch weniger veranlasst, als es an anderen Orten der Fall sein mag, ausser den Anregungen in den Vnterrichtsstunden noch besondere eigene Veranstaltungen zu diesem Zwecke zu treffen, da die Benutzung der er- wähnten Bildungsmittel fleissigen Schülern aus den Oberclassen i inder Regel und denen aus den Unterclassen grösstentheils gestattet wird. Nur der Besuch des Theaters und der Bälle ist letzteren untersagt und wird nur selten und ausnahmsweise den Ausgezeichnetsten in der Classe erlaubt. Oeffentliche declamatorische und musikalische Aufführungen kommen daher an hiesiger Anstalt im Jahr nur wenige vor. Zum Privatunterricht in der Musik, im Tanzen, Reiten und Schwimmen letzteres im Rhein zu Biebrich findet sich hier hin- reichende Gelegenheit, die auch von den Schülern benutzt wird. Der Reitunterricht wird von einem dazu angestellten Reitlehrer nur an Zöglinge der beiden obersten Classen um ermässigten Preis ertheilt. Die unverbindlichen und unentgeltlichen Gesang- und Zeichen- stunden für Schüler, welche nicht mehr zu diesem Unterricht verpflichtet sind, waren in diesem Jahre nicht sehr zahlreich besucht; erstere von 14, letztere von 10 Theilnelmern.

D. Disciplin.

Ueber das Betragen der Schüler in und ausserhalb der Schule sind nur sehr wenige Klagen vorgekommen. Die meisten Aeltern unterstützen die Bemühungen der Lehrer zur Aufrechihaltung der Disciplin in anerkennungswerther Weise. Nur selten wird verkannt, dass eine Erziehungsanstalt sich veranlasst schen kann, das Eine oder das Andere zu ver- bieten, was an sich nicht unerlaubt, aber dem Verhältniss des Schülers nicht angemessen ist, oder, einem jeden gestattet, dem Zwecke des Ganzéen entgegen wirken würde. Die Aeusserung mancher Aellern, dass ihren Kindern durcht die vielen Unterrichtsstunden und Schularbeiten keine Zeit zur Erholung bliebe, würde weniger gehört werden, wenn sie selbst mehr darauf sähen, dass diese gleich nach geschlossenem Unterricht nach Hause kämen und nicht stundenlang vor Anfang der Lectionen vor dem Gymnasialgebäude und in der Um- gegend sich herumtrieben. Die wenigsten davon zieht der Eifer für den Unterricht so zeitig dahin.

E. Physisches Wohl der Lehrer und Schüler.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war wuͤhrend des verflossenen Schuls jahres im Ganzen ein ertreulicher. Nur wenige Lehrer sahen sich genötligt, Unwohlseins wegen ihre Umerrichisstunden einige Zeit auszusetzen. Dasselbe lisst sich auch von den Schülern sagen mit Ausnahme zweier, die fast das ganze Jahr wegen Bräleigen die Schule nicht besuchen konnten.